Kommentar von Martin Bink
Noch ist Camerons Sieg nicht perfekt

Umbauarbeiten. Karikatur: Tomicek
Die Briten haben entschieden und viele reiben sich die Augen. Nicht nur, dass David Cameron und seine Konservativen die Nase vorn haben. Nein: Die Wähler haben den Tories sogar die absolute Mehrheit beschert und die Labour-Partei abgestraft. Also ein Sieg auf ganzer Linie für den Karrierepolitiker?

Noch nicht. Denn über ihm schwebt als Damokles-Schwert das Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU. Cameron selbst will den "Brexit", den Austritt, nicht. Aber damit die Bürger ihm diesen bei dem Referendum nicht diktieren, muss er liefern und - wie von ihm vollmundig angekündigt - Reformen in der EU durchsetzen. Das ist schwierig, denn beispielsweise die Freizügigkeit für Arbeitnehmer in der EU, die er beschränken will, ist ein Grundpfeiler, den die Europäer nicht einfach aufgeben können. So droht ein endloses Gefeilsche, dass letztlich auch die weitere Entwicklung der EU behindern könnte. Was sich dann bei dem Referendum niederschlagen wird.

martin.bink@derneuetag.de
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