Kommentar von Martin Bink
Russlands Präsident und der eiskalte Winter in der Ukraine

Konfliktbewältigung. Karikatur: Tomicek
Seit mehr als einem Jahr ist die Ukraine-Krise eines der Top-Themen der Politik. Was als Aufstand der Bevölkerung (vor allem im Westen des Landes) gegen den prorussischen Kurs des damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch begann, ist mittlerweile ein Konflikt Ost gegen West, Russland gegen Europa und die USA.

Warnungen vor einem Krieg sind nicht unnütz, helfen aber nicht weiter, wenn eine der Konfliktparteien sich stur stellt. Es ist Russland unter Präsident Wladimir Putin, das ein Großmachtstreben an den Tag legt, das sich nur wenig von dem der vergangenen Jahrhunderte unterscheidet. Putin - so scheint es - will ein Russland, das groß und mächtig ist wie einst zur Zarenzeit. So holte er die Krim heim in sein Reich. Das Völkerrecht - was kümmert es ihn. Natürlich ist eine Lösung des Konflikts schwierig. Aber sie kann gelingen, und zwar in einem Miteinander von Ost und West. Dazu muss Putin, der sich so oft schon in den Kathedralen des Ostens hat fotografieren lassen, zeigen, dass ihn die Menschen kümmern - die Menschen im Osten der Ukraine, die in eiskalten und oft auch beschädigten Wohnungen versuchen zu überleben.

martin.bink@derneuetag.de
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