Kommentar von Rudi Gebert
Gemeinsam zum Klassenerhalt

Fast drei Jahrzehnte blickte die Konkurrenz neidisch nach Weiden. Die Heimspiele des 1. EV Weiden waren Pflicht für alle Eishockey-Begeisterten in der Region. Die Zuschauer strömten in Scharen ins Stadion und sorgten für eine tolle Atmosphäre. Im zweiten enttäuschenden Jahr in Folge hat sich das Blatt gewendet: Der Besucheransturm ist Vergangenheit, die Stimmung in der Arena am Nullpunkt.

Doch kurz vor den Play-downs helfen Anfeindungen der Fans gegen Vorstand, Trainer und Mannschaft nicht weiter. Gerade in dieser schwierigen Situation müssen alle an einem Strang ziehen, um den Absturz zu verhindern. Ein Abstieg in die Bayernliga würde den Eishockey-Standort Weiden hart treffen, wesentlich härter als beim finanziellen Rückzug in die Landesliga im Jahr 2008.

Damals stand der Verein vor dem Ruin, alle waren froh, dass es überhaupt weiterging. Jetzt wäre es der Weg in eine ungewisse sportliche Zukunft. Denn die Vorstellung, in der Bayernliga würde sich der Erfolg wie selbstverständlich einstellen, ist ein Irrglaube. Auch dort kostet eine Spitzenmannschaft viel Geld, das in Weiden offensichtlich nicht ausreichend vorhanden ist. Was aber im Gegensatz zu 2008 am meisten fehlt, ist ein starkes Gerüst an heimischen Spielern, das in der Bayernliga zwingend nötig wäre. Aus dem Nachwuchs drängen sich aber nicht viele auf.

Jetzt muss die Saison mit dem Klassenerhalt erfolgreich zu Ende gebracht werden, dann müssen die in den vergangenen beiden Jahren zweifellos gemachten Fehler aufgearbeitet werden. Allein mit Pech und fehlendem Glück ist die lang andauernde Misere nicht zu erklären. Was die Zusammenstellung der Mannschaft betrifft, darf auch ein kompetenter Sportlicher Leiter kein Tabu-Thema mehr sein.

rudolf.gebert@derneuetag.de
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