Kommentar von Stefan Zaruba
Angriff statt Verteidigung? Falsches Thema für Parteienkrach

Lagebesprechung. Karikatur: Tomicek
In Berlin regiert eine Große Koalition. Wirklich? Was Thorsten Schäfer-Gümbel, immerhin stellvertretender Vorsitzender der Regierungspartei SPD, der Verteidigungsministerin am Montag reinwürgte, klang nicht so. "Weniger Fototermine" und "mehr mit dem Handwerk beschäftigen", riet er der Christdemokratin Ursula von der Leyen. Das könnte auch aus der Pressestelle einer Oppositionsfraktion stammen.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hatte schon zuvor "Managementqualitäten" im Haus der CDU-Frau eingefordert. Die klare Ansage: Es gibt kein Geld, weil es kein finanzielles Problem gebe. Mit etwas Hirnschmalz lasse sich das totale Debakel noch abwenden. Kreative Mangelwirtschaft als Zukunftsrezept? Die Truppe improvisiert doch ohnehin schon, wo es geht. Das Gezänk in der Ausrüstungsfrage ist eine politische Kapitulationserklärung von Parteien, die seit Jahrzehnten deutsche Regierungen und Verteidigungsminister stellen.

Die Bundeswehr hat ein gewachsenes Materialproblem. Rüstungsbeschaffung und Auftrag der Truppe stehen seit langem im Missverhältnis. Daran tragen Rote wie Schwarze eine Mitschuld. Schluss also mit den Angriffen. Deutschland braucht eine Große Koalition für die Verteidigung.

stefan.zaruba@derneuetag.de
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