Kommentar von Stefan Zaruba
Es reicht nicht, in Gaza nur die Scherben aufzukehren

Apokalyptische Reiter. Karikatur: Tomicek
Es war wieder eine dieser Geberkonferenzen für einen geschundenen Landstrich, an deren Ende eine Milliardensumme stand. Applaus der Staatsmänner, die - wenn auch widerstrebend - das Scheckbuch für den Gazastreifen zückten. Sie ahnten: In diesem Fall könnte die Rendite gegen Null gehen.

Selten sagen Spitzenpolitiker so offen, was sie befürchten: Dass das Geld auch dazu dient, die möglichen Ziele für den nächsten Schlagabtausch zu errichten. Die Angst ist begründet. Mit den Hilfsgeldern können zwar die Scherben weggeräumt werden, die der jüngste Gaza-Krieg hinterlassen hat. Die tiefen Wunden dieses und vorheriger Waffengänge auf beiden Seiten heilen aber nicht so leicht. Wenn die Region zur Ruhe kommen soll, muss der Geberkonferenz eine Friedenskonferenz folgen. Leider sieht es nicht so aus, dass es dazu in absehbarer Zeit kommt.

stefan.zaruba@derneuetag.de
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