Kommentar von Stefan Zaruba
Feuer am Dach: Der Staat darf nicht in die Defensive geraten

Tröglitzer Lichterkette. Karikatur: Tomicek
Gestern Vorra, heute Tröglitz, morgen ...? Die Feuer in fast bezugsfertigen Flüchtlingsunterkünften pervertieren alle Bemühungen, eine wie auch immer geartete Willkommenskultur zu schaffen. Und so läuft auch die übliche Ursachensuche: Hätte man anders mit den Menschen kommunizieren sollen? Den Ort für eine Unterbringung geschickter wählen? Die Integrationsanstrengungen des Staates verstärken?

Ja, vielleicht lief vieles nicht optimal. Aber Grenzüberschreitungen wie in Tröglitz sind nicht einmal im Ansatz zu rechtfertigen. Man muss es beim Namen nennen, damit klar ist, um was es da geht: um Terror. Was anderes sind denn die Einschüchterung von Repräsentanten des Staates und mutmaßlich politisch motivierte Brandanschläge? Man mag solche Übergriffe gemeinsam mit der politischen Debatte betrachten. Oder losgelöst als Gewaltexzesse, die der Staat in keinem Fall durchgehen lassen darf: nicht bei Anschlägen auf Flüchtlingsheime, nicht bei prügelnden Hooligans und Islamisten, nicht bei den Zündlern, die sich in Frankfurt als Bankenkritiker aufspielten, und nicht bei den Krawallos, die zum 1. Mai wieder Großstädte aufmischen werden.

stefan.zaruba@derneuetag.de
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