Kommentar von Stefan Zaruba
Glaubhaft für den Glauben und die Gesellschaft

Roter Teppich. Karikatur: Tomicek
Die Gratulation ließ nicht lange auf sich warten. Kardinal Reinhard Marx wünschte Heinrich Bedford-Strohm "Gottes reichen Segen" für dessen neue Aufgaben. Nun repräsentieren zwei Münchener die beiden großen Kirchen in Deutschland. Dass sie sich kennen und miteinander können, ist gerade vor dem anstehenden Reformationsjubiläum 2017 von Vorteil. Je näher der Termin rückt, desto mehr drohen alte Wunden aufzubrechen.

Bedford-Strohm ist wie Marx ein Theologe, der sich streitbar in gesellschaftlichen Fragen zu Wort meldet. Er zeigt klare Kante bei Themen wie Sterbehilfe und Flüchtlingsaufnahme. Sein dramatischer Appell an die Welt zur aktiven Hilfe für Verfolgte in Syrien und im Irak ist in Erinnerung. Selbst vom Minenfeld Nahost ließ sich der Kirchenmann nicht abschrecken.

Die großen Kirchen sind keine Selbstläufer mehr. Sie können ihre Aufgaben als Glaubensgemeinschaften nur erfüllen, wenn sie glaub-haft für die Menschen und die Verkündigung eintreten. In Heinrich Bedford-Strohm haben der Protestantismus und die gesamte Gesellschaft einen glaubhaften Impulsgeber gefunden.

stefan.zaruba@derneuetag.de
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