Kommentar von Stefan Zaruba
Merkel ist alternativlos - das kann nur sie ändern

Der Wurm. Karikatur: Tomicek
Angela Merkel bleibt Angela Merkel: Sie wartet erst einmal ab. Haushohe Mehrheit in Umfragen, eine sich in der K-Frage selbst quälende SPD, ein Land, das gut dasteht. Und trotzdem lässt sie offiziell offen, ob sie sich von der Union wieder auf den Schild heben lassen wird. Sie wird. Denn für CDU und CSU ist Angela Merkel derzeit alternativlos.

Die Zeiten der Lager-Wahlkämpfe scheinen endgültig vorbei. Programmatisch haben sich die großen Volksparteien glatt gegelt. Und nach abermals vier Jahren Großer Koalition können sich Rote und Schwarze gegenseitig nicht als Totalversager hinstellen. Die Figur an der Spitze ist im kommenden Wahlkampf das Markenzeichen - so wie zuletzt Helmut Kohl bei dessen erster Kandidatur im wiedervereinigten Deutschland.

Angela Merkel ist dabei, ihre Regierungszeit zu einer Ära der Nachkriegspolitik zu machen wie einst die Jahre Konrad Adenauers oder Kohls. Lange Regentschaften sind aus grundsätzlichen Erwägungen problematisch. Merkel zeigt aber, wie es geht: ohne Personenkult, ohne große Skandale und ohne bleierne Schwere über dem Land.

Aber auch ohne Kronprinz. Dass das irgendwann zum Problem wird, weiß die CDU-Chefin. Gegen Merkel geht in dieser Frage nichts, man darf aber davon ausgehen, dass "Mutti" eines Tages ein bestelltes Haus hinterlässt. Noch bleibt sie sich treu - und wartet ab.

stefan.zaruba@derneuetag.de
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