Kommentar von Stefan Zaruba
Mit Härte gegen Fanatiker - für eine offene Gesellschaft

Flagge zeigen. Karikatur: Tomicek
Die Menschen auf den Straßen europäischer Städte und im Internet zeigen sich in ergreifender Wucht solidarisch mit den toten Journalisten und Polizisten in Paris. Noch während die Mörder und mögliche Drahtzieher herumlaufen, konnten sie und konnten ihre Gesinnungsgenossen auf allen Kanälen sehen, was ihnen entgegengehalten wird: "Wir sind Charlie." Das ist einerseits das offene Eingeständnis, dass die Kugeln ins Herz der Gesellschaft getroffen haben. Es ist gleichzeitig ein trotziges Bekenntnis zur freien Meinungsäußerung.

So weit eine Momentaufnahme am Tag eins nach dem feigen Massaker, das schon als europäisches 9/11 bezeichnet wurde. Der 11. September 2001 hat die Welt verändert. Durch die Anschläge und durch das, was danach folgte. Auch das Pariser Attentat wird nicht ohne Folgen bleiben. Es gilt dabei, besonnen die richtigen Schlüsse zu ziehen. Die deutsche Gesellschaft muss für ihre Freiheit geschlossen einstehen - mit null Toleranz gegenüber religiösem Extremismus. Das darf aber nicht die bestehende Intoleranz gegenüber Menschen anderen Glaubens weiter anheizen. Jede Einschränkung einer offenen Gesellschaft brächte die Mörder von Paris ihren Zielen näher.

stefan.zaruba@derneuetag.de
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