Kommentar von Stefan Zaruba
Nachbarschaftshilfe: Österreich elektrisiert mit Strom-Angebot

Volles Rohr. Karikatur: Tomicek
Na küss die Hand! Vor allem, wenn es eine helfende Hand ist. Die österreichische "Verbund AG" will den Freistaat mit so viel Strom eindecken, dass der Atom-Ausstieg keine Lücke mehr hinterließe. Keine Stromtrassen aus dem Norden, keine Reservekraftwerke - im Handumdrehen scheinen zwei Riesenhürden der Energiewende aus dem Weg geräumt. So weit der Reiz des Angebots.

Nun haben auch unsere Freunde in der Alpenrepublik nichts zu verschenken. Überkapazitäten loszuwerden ist kein Akt der Nächstenliebe, sondern knallhartes Geschäft. Doch könnte sich die angebotene Nachbarschaftshilfe für beide Seiten rentieren? Das herauszufinden, ist das Gebot der Stunde. So einfach wie die Grünen, die die Offerte als "vergiftetes Angebot" hinstellen, darf es sich keiner machen. Es mag zwar stimmen, dass nicht die saubersten Kraftwerke hinter den österreichischen Überkapazitäten stehen. Aber sie müssen nicht auf alle Ewigkeit Strom für Bayern produzieren. Ein befristetes Abkommen mit den Nachbarn könnte den Zeitpuffer schaffen, um nachhaltige Lösungen bei uns zu finden.

stefan.zaruba@derneuetag.de
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