Kommentar von Stefan Zaruba
Obamas Gegner mit mehr Macht, aber auch mehr Verantwortung

Eng verbunden. Karikatur: Tomicek
Deutsche Regierungschefs bekommen Niederlagen ihrer Partei kurz und schmerzhaft um die Ohren gehauen: mit der ersten Prognose am Wahlabend. In den USA ist alles eine Nummer größer, diesmal auch das Leiden der Wahlverlierer. Staat um Staat flackerten die Hiobsbotschaften für Barack Obama und seine Demokraten auf den TV-Bildschirmen auf. Eine knüppelharte Lektion.

Die Strahlkraft des "Yes we can"-Wahlkämpfers hatte schon vor langem nachgelassen. Nun ist der amerikanische Präsident auch faktisch am Tiefpunkt seiner Präsidentschaft angelangt. Der Führer der Supermacht ist im eigenen Land von Gegnern umzingelt, die es in der Hand haben, ihn als die lahme Ente dastehen zu lassen, als die US-Präsidenten in dieser Situation gelten. Eine Zwickmühle, denn die offensichtliche Machtfülle der Republikaner ist für sie auch eine Verpflichtung. Sie müssen mehr als bisher Kompromisse schließen, anstatt das Land im politischen Clinch zu lähmen. Washington erlebt diese Situation nicht zum ersten Mal. Der Demokrat Bill Clinton etwa arrangierte sich mit einer republikanischen Übermacht. Es waren nicht die schlechtesten Jahre für die USA.

stefan.zaruba@derneuetag.de
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