Kommentar von Stefan Zaruba
Respekt und Routine: Profis ans Pflegebett

Pokale. Karikatur: Tomicek
Seit heute hat unser lebensbedrohliches Leben eine Gefahrenquelle weniger: Paternoster, die altertümlichen, türlosen Aufzüge, dürfen nur noch nach einer Einweisung benutzt werden. Unter den gefühlten Gefährdungen auf Erden rangiert das Eingeklemmtwerden in einem Paternoster eher am Ende der Skala. Weswegen man mit zunehmendem Alter aber echte Befürchtungen entwickelt, sind Alarmmeldungen aus der Pflege. Die paar Nostalgieaufzüge in Deutschland bekommen nur wenige überhaupt noch zu sehen, das Schicksal der Pflegebedürftigkeit droht uns allen.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass angelernte Mitarbeiter den Profis in der Pflege zur Hand gehen. Aber sie dürfen diese eben nicht ersetzen, wo sie sie nicht ersetzen können. Der direkte Umgang mit Pflegebedürftigen braucht Fachwissen und Erfahrung. Das geschulte Auge, der geübte Griff sind essenziell. Eine Deprofessionalisierung der Pflege wäre auch ein Ausweis mangelnden Respekts gegenüber den vielen gut ausgebildeten und engagierten Fachkräften - und gegenüber den Menschen, die oft hilflos dem ausgeliefert sind, was um sie herum im Heim passiert.

stefan.zaruba@derneuetag.de
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