Kommentar von Thomas Kosarew
Aus Fehlern gelernt

Der Stadt sind die Ideen nicht ausgegangen, aber sie lässt jetzt lieber andere für sich denken. Das ist gut so. Dabei könnte tatsächlich ein Konzept geboren werden, das so weit über den Tellerrand hinausgeht, dass es einem Amberger womöglich nie eingefallen wäre. Doch die einfache Regel aus der Vergangenheit bleibt: Je attraktiver die neue Nutzung auf dem Gelände an der Bahnhofstraße ist, desto größer ist die Chance, auch einen Investor für das Forum anzulocken. Der ist auch nach fast zehn Jahren des Stillstandes noch immer nicht in Sicht.

Die Freude, nur 2,2 Millionen Euro für die Gebäude bezahlen zu müssen, war damals bei Manfred Reichholf groß. Ein Preis, mit dem die Sparkasse als Gläubigerin offensichtlich auch sehr einverstanden war. Doch als der frühere Forum-Betreiber Hans-Joachim Treutler im Frühjahr 2004 gut 2,6 Millionen Euro geboten hatte, war das vom ehemaligen Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden Heribert Niedermeier noch als "nicht akzeptabel" eingestuft worden. Ein Fehler, wie mittlerweile feststehen dürfe. Und noch ein Versäumnis kommt im Rückblick hinzu: Die Stadt hätte damals das Forum kaufen sollen. Wenn nicht sogar müssen.

Hinterher weiß man immer mehr. Doch es ist deswegen noch lange nicht verboten, Entwicklungen im Vorfeld abzusehen. Der neutrale Beobachter kann zu dem Eindruck gelangen, dass genau das im Moment passiert. Die Suche nach einem Käufer und Entwickler ist wohldurchdacht, hat Hand und Fuß. Von Sturheit, übertriebenen Erwartungen und Blauäugigkeit, wie damals beim Forum, fehlt jetzt jedenfalls jede Spur.
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