Kommentar von Thomas Kosarew
Dem Klima tut's gut

Es scheint so, als ginge die SPD heuer im Stadtgebiet nur noch neue Wege. Völlig neue Wege sogar. Erstmals ist mit Brigitte Netta eine Sozialdemokratin Bürgermeisterin. Auch die Lösung, mit ihr und Florian Fuchs eine Fraktions-Doppelspitze aufgeboten zu haben, war eine Premiere. Gleiches gilt für Nettas logischen Rückzug aus der Führungsetage. Vergleichbares gab es bei den Genossen so auch noch nicht.

Alles anders also bei der Amberger SPD? Mitnichten. Martin Seibert hat nach wie vor im Stadtverband das Sagen, Florian Fuchs bleibt trotz zweier OB-Wahl-Niederlagen in Serie das Gesicht der Partei und sein Stellvertreter Uli Hübner ist zwar neu, aber mittlerweile kein Jungspund mehr, sondern längst eine feste Größe und ein bekanntes Gesicht.

Und doch sind die Sozialdemokraten nicht die, die sie vor der Kommunalwahl waren. Jetzt sind sie nicht mehr Teil der neuen Mehrheit oder der Opposition, keine Herausforderer, sondern Weggefährten und Mitstreiter, ohne zu streiten. Jetzt stehen sie dank der im Mai geschlossenen Kooperation bei der CSU und OB Michael Cerny im Wort. Zum Wohle der Stadt, wie sie selbst sagen. Martin Seibert nennt das "eine andere Art der Kommunikation" und meint das positiv. Denn der Weg, den die SPD eingeschlagen hat, sei gut für Amberg. Es gehe wieder mehr um die Sache und nicht um die politische Konkurrenz. Richtig! Und dem Klima im Stadtrat tut's obendrein gut.
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