Kommentar von Thomas Kosarew
Lange Zähne werden stumpf

Der Blick geht zurück ins Jahr 2009, als Golden Gate auf der Amberger Bildfläche Premiere hatte. „Ich habe den Namen zum ersten Mal gehört“, gab der damalige Klinikumsvorstand Wilhelm Daller zu. Und auch OB Wolfgang Dandorfer musste seinerzeit gestehen: „Ich habe erst vor drei Wochen erfahren, dass es einen völlig neuen Investor gibt.“

Es folgte ein Ortstermin auf den anderen. Die mittlerweile abgelöste beziehungsweise zurückgetretene Golden-Gate-Spitze hinterließ einen guten Eindruck und machte den Stadträten die Zähne richtig lang. Von einer rentablen Spezialklinik war die Rede, von Häusern, die sich mit der Sonne drehen, von einem Kreisverkehr, der das Grundstück mit dem Liebengrabenweg verbindet, und sogar von einem eigenen Einkaufsmarkt.

Wer damals skeptisch war, musste in die Rolle des hinter vorgehaltener Hand belächelten Außenseiters schlüpfen. Seit das ehemalige Forum leersteht, ist aber grundsätzlich Misstrauen angebracht, wenn Investoren aus heiterem Himmel auftauchen und zu einem relativ günstigen Kaufpreis an eine Immobilie kommen, die deutlich mehr wert ist.

Stimmt schon. Der Vergleich hinkt, doch es gibt noch eine weitere Parallele zum leeren Kaufhaus in der Bahnhofstraße. In beiden Fällen ist es für die Stadt eine Überlegung wert, selbst zu investieren.