Kommentar von Thomas Kosarew
Staat macht es sich zu leicht

Es war ein gewisser Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, der vor 388 Jahren in die Geschichtsbücher einging. Der Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee, im Volksmund besser als Wallenstein bekannt, besiegte im Dreißigjährigen Krieg die Protestanten in der Schlacht bei Dessau. Im gleichen Jahr, man schrieb 1626, hinterließen die Jesuiten in Amberg für immer ihre Handschrift. Sie gründeten das heutige Erasmus-Gymnasium und beherbergten bis 1774 im Kolleg Studenten.

So ist es überliefert und so steht es in den Geschichtsbüchern, die schon bald um ein Kapitel erweitert werden müssen. Denn so, wie er derzeit ist, kann der prachtvolle Gebäudekomplex am Malteser auf Dauer nicht bleiben. Die zuständige Stiftung arbeitet defizitär, die Mieteinnahmen von Gaststätte und Bibliothek reichen bei Weitem nicht aus, um die Zukunft dauerhaft zu sichern. Der finanzielle Kollaps ist nicht in Sicht. Noch nicht.

Der Stiftungsdirektor ist seit zwei Jahren auf der Suche nach einer Nachfolgenutzung - bislang ohne Erfolg. Viele Alternativen bieten sich ihm nicht. Im Prinzip muss er an den Erstbesten vermieten oder gar verkaufen. Die Zustimmung der Regierung der Oberpfalz vorausgesetzt, denn sie hat das letzte Wort. Schließlich steht die Studienseminarstiftung unter staatlicher Verwaltung. Genau darin liegt das Problem. Die Ausgaben und laufenden Kosten müssen vor Ort erwirtschaftet werden. Eine undankbare Aufgabe. Um die Worte "nicht machbar" zu vermeiden. Der Staat ist stolz auf ein geschichtsträchtiges Anwesen und will die Hand darauf haben, aber nicht dafür in die Tasche greifen.

Das ist eine Sicht der Dinge, die nicht mehr zeitgemäß ist, es vielmehr noch nie war. Wer anschafft, muss auch zahlen. Das war schon immer so. Auch zu Wallensteins Zeiten.



Im Blickpunkt

Stadtjugendring: Vollversammlung

Amberg. Der Stadtjugendring Amberg (SJR) lädt die Delegierten der Jugendverbände zur Herbstvollversammlung am Freitag, 7. November, ab 19.30 Uhr in die Räume der Johanniter, Sulzbacher Straße 105, ein. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem ein Rückblick auf 2014, die Jahresplanung für 2015, insbesondere der zweite Amberger Jugendgipfel, die Präsentation eines Verbandes, Informationen zum erweiterten Führungszeugnis und der Verhaltenskodex zur Prävention sexueller Gewalt. Gäste sind willkommen.
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