Kommentar von Thomas Kosarew
Stadträte in der

ersten Reihe

Ohne Worte und mit versteinerter Miene verließ Andreas Wörz am 25. April 2012 den Sitzungssaal des Baureferats. Der Betreiber des Ring-Theaters und Park-Kino-Centers hatte soeben mit anhören müssen, wie die Mitglieder des Bauausschusses ein völlig neues Kapitel Kino-Geschichte aufschlugen. Sie plädierten einstimmig für den millionenschweren Multiplex-Bau.

Fast schon euphorisch reagierten die Parteien auf ihre Entscheidung, sprachen teilweise davon, es gar nicht erwarten zu können, bis an der Regensburger Straße die ersten Filme über die Leinwand flimmern. Doch je länger der noch immer nicht komplett fertige Neubau auf sich warten ließ, desto lauter wurden die Stimmen, die nicht einfach so Lebewohl sagen wollten, gar den Verlust eines Stückes Amberger Identität beklagten und damit völlig richtig liegen.

Wenn, dann wird vielleicht noch das Ring-Theater zu einer Art Kleinkunst-Kleinod werden. Dafür aber muss Andreas Wörz investieren. Das Gebäude am Spitalgraben darf er zwar als Kino betreiben, nicht aber grundsätzlich als Veranstaltungsort. Dafür benötigt Wörz eine Nutzungänderung, die zum Beispiel einen zeitgemäßen Brandschutz und zusätzliche Fluchtwege beinhalten muss. Von der Beseitigung baulicher Mängel ganz zu schwiegen. Das alles kostet viel Geld. Die Stadt bei gegebener Zeit um Hilfe zu bitten, ist weder verwegen noch dreist oder frech. Waren es doch die Stadträte, die das Kino-Schicksal besiegelt haben. Sie sollten sich die Ideen für das Ring-Theater anhören und auch dabei euphorisch in der ersten Reihe sitzen. Das sind sie Andreas Wörz schuldig.



Reaktionen

Das bevorstehende Aus der alten Kinos ist seit April 2012 Stadtgespräch. Jetzt, da das Ende näher rückt, häufen sich die Kommentare in den sozialen Netzwerken. Hier eine aktuelle Auswahl.

Stephan Reuther: Eine große Kino-Ära, die in Amberg nun zu Ende geht. Viele unvergessliche Momente hab' ich im Park und Ring-Theater erlebt. Dank von Herzen.

Julia Rösch: Oh nein. Ich kann leider nicht dabei sein.

Jessica Roth: So schade, dass es jetzt vorbei ist. Waren immer schöne Zeiten in den Kinos! Die Kinos werden mir fehlen! Die Naabecker-Werbung, dieser urige Charme, einfach alles!

Philipp Lorenz: Bitte, lass es die Naabecker-Werbung auch im neuen Kino geben!

Tom Scheimer: Wir bedanken uns bei der Familie Wörz für Kino-Unterhaltung für mehrere Generationen. (tk)
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