Kommentar zur Nitrat-Belastung
Gefahr für ein Lebensmittel

"Auf die Verschmutzung des Grundwassers hat die Natur die Todesstrafe gesetzt," sagte einst drastisch der berühmte Wissenschaftler Max von Pettenkofer - wohlgemerkt zu einer Zeit, als die Zustände im "Wasserland Bayern" geradezu paradiesisch anmuteten.

Heute stellen die eigentlich harmlosen Nitrat-Salze, ohne die es kein natürliches Pflanzenwachstum gäbe, eine ernste Bedrohung dar. Die Dosis macht bekanntlich das Gift. Die "unsichtbare Gefahr" für unser wichtigstes Lebensmittel, das Wasser, ist nicht mehr wegzudiskutieren. Die Faktenlage wiegt durch die immer ausgeklügelteren Messmethoden schwer.

Schuldzuweisungen helfen in der Sache nicht weiter. Die Landwirtschaft zum alleinigen Prügelknaben abzustempeln, schon gar nicht. Die moderne Landwirtschaft ist einem Wettbewerbsdruck ausgesetzt, der die bäuerlichen Betriebe unter einem Effizienz-Wahn regelrecht zur Industrialisierung zwingt.

Die Botschaft, dass die Nitrat-Belastung vor allem mittel- bis langfristig eine große Gefahr für unsere Lebensgrundlage bedeutet, ist mittlerweile bei den Beteiligten angekommen. Das Bewusstsein für das Nitrat-Problem ist da. Zu lösen ist es nur gesamtgesellschaftlich, nicht allein durch einen Berufsstand, der zu einer immer intensiveren Produktion getrieben wird.

clemens.fuetterer@derneuetag.de
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