Kriminalbeamter aus Sachsen erneut wegen Mordes an Geschäftsmann vor Gericht
Getötet oder "nur" zerstückelt?

Dresden. Ein Kriminalbeamter aus Sachsen, der die Leiche eines Geschäftsmannes zerstückelt haben soll, steht zum zweiten Mal vor Gericht. Der Mordprozess in Dresden ist ein neuer Anlauf um zu klären, ob der Beamte des sächsischen Landeskriminalamtes den 59-Jährigen aus Niedersachsen auch getötet hat. Die zuständige Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt.

"Kannibalen"-Seite


Der Angeklagte bestreitet das, nach seinen Angaben hat sich der 59-Jährige selbst erhängt. Die beiden Männer hatten sich auf einer "Kannibalen"-Seite im Internet kennengelernt. Der eine träumte davon, getötet und verspeist zu werden, der andere wollte mal eine Leiche zerstückeln. Laut Obduktion wurde der Mann erdrosselt. Nach Ansicht der Staatsanwaltsschaft habe ihn der Kriminalbeamte erhängt.

Der 58 Jahre alte suspendierte Polizist war im vergangenen Jahr wegen Mordes und Störung der Totenruhe zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Richter hatten in dem unbedingten Todeswunsch seines Gastes einen außergewöhnlichen Umstand gesehen und von der üblichen lebenslangen Haft Abstand genommen. Sowohl Verteidigung als auch Anklage hatten das Urteil später angefochten. Der Bundesgerichtshof hob es hinsichtlich des Mordvorwurfs auf und kritisierte, dass eine mögliche Selbsttötung nur unzureichend geprüft worden sei.

Erfolgreicher Revisionsantrag


Nach dem erfolgreichen Revisionsantrag soll nun seit Dienstag eine andere Strafkammer klären, ob der LKA-Mann den 59-Jährigen im November 2013 im Gimmlitztal (Osterzgebirge) auch umgebracht oder einzig dessen Leiche zerstückelt hat. Er ist wegen Mordes angeklagt.
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