Kritik an "einseitiger Darstellung"
Briefe an die Redaktion

Michael Flierl äußert sich zur Informationsveranstaltung gegen den Windpark Kohlberg.

Die BI Kohlberg hat mit ihrer Info-Veranstaltung der ganzen Gemeinde einen Bärendienst erwiesen. Man kann sich natürlich gegen Windkraft stellen, aber was die beiden Referenten abgezogen haben, das war leider sehr übel. Die einseitige und verunglimpfende Art der Darstellung macht ein faires Miteinander von Windkraftgegnern und -befürwortern fast unmöglich. Einer der beiden Redner hat das Fass beinahe zum Überlaufen gebracht, als er behauptete, dass BN-Personal (Bund Naturschutz) mit Geldern aus der Windbranche bezahlt werde.

Im vorausgehenden sehr zahlenlastigen und nicht objektiven Vortrag mussten erwartungsgemäß die Gesundheitsgefahren wieder die Hauptlast übernehmen, fälschlicherweise allen voran der Infraschall. Neutrale wissenschaftliche Quellen sprechen den Studien über Gesundheitsrisiken durch Infraschall jedwede Belastbarkeit ab. Aus gutem Grund: Infraschall ist etwas ganz natürliches, es gibt in unserer Umwelt eine Unzahl von Infraschallquellen: Mechanische Vorgänge, Industriebetriebe, Erdbeben, Seegang oder Wind an sich sind nur einige Beispiele.

Ein weiterer Beleg für versuchte Windenergieverunglimpfung ist die angeblich mangelnde Wirtschaftlichkeit. Der Referent habe noch nie ein Projekt gesehen, bei dem für die Anteilseigner etwas übrig geblieben sei. Dann sollte er sich einfach nur gründlicher umsehen. Und: Windenergie ist ein ganz normaler Wirtschaftszweig, wie die ganze Energiewirtschaft. Wieso beklagt er nicht zum Beispiel die viel höher subventionierte Photovoltaik, neben der Windenergie ein weiterer unverzichtbarer Eckpfeiler für das Gelingen der Energiewende. Genauso ist es eine Frechheit, die Affäre um Prokon mit den heimischen Bürgerwind-Gesellschaften zu vergleichen.

Auch ich sehe es so, dass der Auftritt leider vor allem bewirkt hat, dass in der Kohlberger Bevölkerung unbegründete Ängste geschürt wurden. Ist es das, was die BI erreichen will? Da lobe ich mir die Vorsitzende der BI Gleiritsch, die anscheinend auch erkannt hat, welche Farce diese Veranstaltung war. Die Kohlberger BI würde gut daran tun, sich in ihrem weiteren Vorgehen zu mäßigen und von manchem Rednerbeitrag zu distanzieren.

Der Kohlberger Gemeinderat hat sich für eine Bauleitplanung entschieden und damit einen wichtigen Schritt für die Gemeinde und zum Schutz vor unkontrolliertem Wildwuchs bei der Windenergienutzung gemacht, denn nur dadurch behält die Gemeinde das Heft in der Hand. Ein Mindestabstand von 1750 Meter ist traumhaft.

An die Kohlberger Bevölkerung möchte ich appellieren, sich nicht aufhetzen zu lassen und sich unbedingt bei unabhängigen, sachlichen, verantwortungsvollen Quellen über Windenergienutzung zu informieren. Auch sollte nicht vergessen werden, dass bei einem eventuellen Bauantrag ein sehr strenges, umfangreiches Genehmigungsverfahren in Gang gesetzt würde.

Michael FlierlHirschau

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