Laien sollen spirituelle Freiräume für Priester schaffen

Pfarreien-Gemeinschaften durch Priestermangel:

Die "Kleinen" trifft es mal wieder zuerst, wenn sogenannte Pfarreien-Gemeinschaften gebildet werden und wegen des Priestermangels in den kleineren Orten der Pfarrer von der Diözesanleitung abgezogen wird.

Es gäbe noch genügend Gemeinde- und Pastoralreferenten, die die Position eines Pfarrers weitgehend einnehmen könnten, aber sie sind meist verheiratet oder Frauen und deshalb für dieses Amt nach Auffassung der Hierarchie nicht geeignet.

Es werden noch einige Jahre vergehen, bis das Zölibat aufgehoben wird und auch Frauen zum Priesteramt zugelassen werden. Bis dahin könnte die katholische Kirche realisieren, was Hubert Wolf, Professor für Kirchengeschichte, der kürzlich auch in Vohenstrauß referiert hat, in seinem neuesten Buch "Krypta" schreibt:

"Was spricht dagegen, dass Laien die organisatorische und juristische Leitung einer Pfarrei in die Hand nehmen, um den angesichts des Priestermangels immer weniger werdenden Geistlichen Freiräume für ihre spirituellen Aufgaben zu ermöglichen?" Das alles hat es in der Kirchengeschichte schon gegeben.

Diese Aufgaben sollten auch finanziell anerkannt werden. Wenn z. B. Kohlberg und Kaltenbrunn keinen eigenen Pfarrer mehr haben, dann spart sich die Diözese dadurch etwa 9000 Euro im Monat. Davon könnten Kirchenpfleger und Pfarrgemeinderatsvorsitzende (so sollte es wieder heißen) - je nach Größe der Pfarrei - honoriert werden.

Andreas Schlagenhaufer (vormals Pfarrer in Kohlberg) 93128 Regenstauf
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