Landschaftspflege im Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald - 70 Prozent der Tier- und ...
Wald und Hügelland erhalten

Die Kulturlandschaft im Naturpark, so wie sie heute erscheint, wurde im Laufe der Besiedlung vom Menschen geschaffen, indem er die Landschaft als Ressource nutzt - ob als Siedlungsraum, zur Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten oder für wirtschaftliche Aktivitäten.

Viele Landschaftselemente, die als besonders typisch für die landwirtschaftliche Nutzung angesehen werden, stammen aus der Landwirtschaft der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Durch einen beständigen und heute noch andauernden Umstrukturierungsprozess in der Agrarwirtschaft wurde die Bearbeitung unter anderem von unrentablen, schwer zugänglichen und zu kleinen Flächen aufgegeben.

Doch oftmals sind es diese Flächen, die für seltenere Pflanzengemeinschaften oder schützenswerte Arten - sowohl von Tieren als auch Pflanzen - Standort und Lebensraum bedeuten. Für den langfristigen Erhalt dieser Biotope ist deshalb eine extensive Nutzung erforderlich.

Seit 1992 hat der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald die Trägerschaft für die Landschaftspflege, anstelle eines Landschaftspflegeverbandes, im Landkreis Neustadt/WN und der Stadt Weiden übernommen. Der Naturpark koordiniert die Pflege dieser wertvollen Flächen, um sie auch weiterhin für die verschiedensten naturschutzfachlichen Zielsetzungen zu erhalten und das typische Erscheinungsbild der Landschaft im Oberpfälzer Wald und des Oberpfälzer Hügellandes, mit seinen Elementen und Strukturen, zu bewahren.

Bei der Realisierung dieser Arbeiten nehmen Landwirte eine zentrale Rolle ein. So stellen circa 60 Ökonomen jährlich ihre Arbeitskraft samt landwirtschaftlicher Geräte in den Dienst des Landschaftserhalts. Unter der Koordination des Naturparks werden jährlich bis zu 230 Einzelmaßnahmen abgewickelt.

Landschaftspflege im Naturpark findet dabei in allen Kommunen und in allen Größenordnungen statt. Sie beinhaltet die Zusammenarbeit verschiedener Fachstellen, der Naturschutzbehörden sowie der Forstämter, der Wasserwirtschaftsämter und der Direktion für ländliche Entwicklung.

Die örtlichen Naturschutzverbände des Bundes Naturschutz, des Landesbundes für Vogelschutz, des Oberpfälzer Waldvereins sowie die Imkervereine sind es, die tatkräftig bei der Pflege mithelfen, Arten-Beobachtungen mitteilen und oft als Pächter wertvoller Flächen den Zugang zu einer Fläche für die Landschaftspflege erst ermöglichen.

Zur Finanzierung dieser Maßnahmen können Fördermittel anteilig aus dem Landschaftspflege- und Naturparkförderprogramm beantragt werden, das nicht nur Landesmittel des Freistaats Bayern, sondern auch der Europäischen Union beinhaltet.

Aber ohne finanzielles Engagement vor Ort, mit Eigenmitteln des Naturparks, der Mitgliedsgemeinden, der Mitgliedsverbände und der Mitglieder, wäre keine kostendeckende Durchführung von Maßnahmen möglich. Immerhin 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten können damit in der Kulturlandschaft "Naturpark" erhalten werden.
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