Lehrstellen: "Faire Bezahlung und annehmbare Arbeitszeit"

Zum Artikel "Gutes Geld für gute Fachkräfte":

Das Thema "Auszubildenden-Magel im Handwerk " wird ja nun schon eine ganze Weile in den Medien diskutiert. Hierzu sei angemerkt, dass ich der Meinung bin, dass die Handwerksbetriebe an dieser Misere die alleinige Schuld tragen.

Ein Jugendlicher wird wohl kaum einen Handwerksberuf erlernen wollen, der zwar ein gesuchtes Berufsbild darstellt, aber auf der anderen Seite miserabel bezahlt wird. Zudem muten viele Handwerksbetriebe ihren Auszubildenden Arbeitszeiten zu, die mit dem Privatleben nicht in Einklang zu bringen sind. Es fehlt den Handwerksberufen also gewissermaßen an der Work-Life-Balance.

Des Weiteren muss man hinnehmen, dass man in "Bildungzentren" der Handwerkskammer zu sogenannten überbetrieblichen Unterweisungslehrgängen zitiert wird, die bis zu 150 Kilometer vom Wohnort entfernt sind. Für einem minderjährigen Azubi ohne entsprechende Fahrerlaubnis ist dies ein Ding der Unmöglichkeit, zumal die von der Handwerkskammer angebotenen Übernachtungsmöglichkeiten in keiner Weise den Standards des 21. Jahrhunderts entsprechen.

Um die Botschaft dieses Leserbriefes klar zu übermitteln: Jugendlichen ist es nicht wichtig, wenn sich das Handwerk auf Messen mit Hochglanzprospekten, Werbebroschüren und Sprüchen wie "Handwerk hat goldenen Boden" feiert. Faire Bezahlung, annehmbare Arbeitszeiten, das ist es, was wirklich zählt. Ich spreche aus eigener Erfahrung, da ich den Handwerksberuf "Informationselektroniker" erlernt und nunmehr erfolgreich abgeschlossen habe.

Selber habe ich nicht die Absicht, weiter in einem Handwerksberuf tätig zu sein. Ich habe mich entschlossen, im September eine neue Ausbildung zu beginnen: keine handwerkliche, sondern eine kaufmännische.

Patrick Merkl (19 Jahre) 92249 Vilseck
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.