Leichtfüßige Italo-Schönheit

Für den kommenden Modell-Jahrgang hat Moto Guzzi seine dreiköpfige Bestseller-Baureihe, die V7-Familie, technisch rundherum aufgemöbelt. Das Interesse an den italienischen Klassikern ist seit ihrer Einführung 2008 kontinuierlich gestiegen.

Vor mehr als vierzig Jahren brachte Moto Guzzi 1967 im Modell V7 erstmals jenen längs eingebauten 90-Grad-V-Motor heraus, der mittlerweile so charakteristisch für Moto Guzzi steht, wie das Kolosseum für Rom oder Pasta für die italienische Küche. Wie bislang stehen mit der V7 II Stone als Basismodell, der höherwertigen V7 II Special und der rennsportorientierten V7 II Racer drei Varianten mit unterschiedlicher Ausstattung zur weiteren Auswahl.

Zweifarbiger Tank

Gegenüber dem Basismodell "Stone" zeigt die "Special" neben dem zweifarbig lackierten Tank, noch formschöne Speichen- statt Gussräder. Auch Lanker , Haltegriffe, Spiegelausleger und die Abdeckungen über den Ansaugrohren sowie die Federn der Federbeine sind verchromt statt schwarz. In eine ganz andere Kerbe haut die V7 II Racer, die unter anderem mit Startnummern, Höckerabdeckung und sportlicherer Ergonomie klassische Renngene aufweist. Nicht umsonst wirkt die V7 II Special vom typischen Rundscheinwerfer über die bullig-gestreckte Linie bis zu den verchromten Stereo-Federbeinen und den chromblitzenden Doppel-Schalldämpfern am Heck auf den ersten Blick wie ein Modell aus vergangenen Zeiten - tatsächlich orientiert sie sich optisch an einem legendären Moto Guzzi Klassiker: Ihre Grafik auf Tank und Seitendeckeln stammt von der V750 S3 aus dem Jahre 1975. Drei glänzende Basisfarben stehen zur Auswahl: Schwarz Classic mit orangefarbenen Streifen sowie Rot Metallic und Hellblau Metallic jeweils mit silbernen Streifen.

Wie es sich gehört, sitzt der Fahrer auf der Special klassisch aufrecht in niedriger 790 Millimeter Höhe und erfreut sich an 25 Millimeter tiefer angebrachte Rasten, die den Treiber gut integrieren. Das ist Ausdruck intensiver Fahrwerksarbeiten: Der 90 Grad-V2-Motor wurde um vier Grad in Richtung Vorderrad geneigt und gleichzeitig im Rahmen um 10 mm tiefer gesetzt. Gleichzeitig bekam die neue Moto Guzzi V7 II ein Getriebe mit sechs statt fünf Fahrstufen und einer 50 Millimeter tiefer gelegten Ausgangswelle, wodurch der Schwerpunkt insgesamt tiefer bei mehr Gewicht auf dem Vorderrad liegt. Das beschert der Special ein geradezu begeisterndes Fahrverhalten. Mühelos und kinderleicht biegt die Italienerin in die Kurve und zeigt ein neutrales Handling. Die für Moto Guzzi so typische Antriebsquelle mit den beiden links und rechts markant herausstechenden Zylindern blieb weitgehend unverändert.

Ein Stahltank mit 22 Litern und zwei klassische Runduhren mit kleinen LCD-Anzeigen runden den puristischen, alltagsgerechten Auftritt der überarbeiteten V7 II ab. Ungeachtet des authentischen Klassikstils bietet die Special einen unkomplizierten Fahrspaß auf hohem Niveau. Wohltuend ist auch, dass trotz der Neuerungen und Sicherheitsbeigaben der Preis nur etwas steigt. So ist die V7 II Special ab sofort für rund 8800 Euro erhältlich, die Stone kostet zirka 8100 Euro und die Racer gibt's für knapp 10 000 Euro. (Thilo Kozik/mid)
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