Lene dreht ein Video

Zwei unterschiedliche Schuhe, eine geringelte Strumpfhose und darüber eine kurze Latzhose! So würde Lene Oderich ihre Klamotten normalerweise nicht kombinieren. Aber die Schülerin ist Schauspielerin und schlüpft in die Rolle von Julia.

Auf dem Schulhof vor der Treppe stehen eine Kamera, Scheinwerfer und viele Leute. In einer Grundschule in Berlin wird das Video "Julia und KiSCHU" gedreht, das in einigen Monaten im Internet zu sehen sein soll. Darin geht es um Kinderschutz. Die zwölfjährige Lene Oderich spielt die Hauptrolle. Sie kommt mit einer geringelten Strumpfhose und einer kurzen Latzhose an.

Direkt startklar

Was Lene anziehen soll, haben sie und ihre Mutter im Voraus mit dem Team besprochen. "Das sind alles meine Kleider", sagt Lene. Aber nur die Hose und die bunten Schuhe trägt sie auch sonst in der Schule. Geschminkt wird sie an diesem Tag nicht. Auch ihr Pferdeschwanz bleibt. Deshalb ist das Mädchen direkt startklar.

"Bevor es losgeht, erzählen wir noch einmal die Szene durch", erklärt Lene. Das Mädchen, das sie spielt, heißt Julia. Es wird von seiner Mutter vernachlässigt und hat keine Freunde. Diese traurige Situation muss Lene sich gut vorstellen, um im Video auch so zu wirken.

Der Regisseur und sie halten ein Blatt mit dem Text vor sich. Diesen soll Lene gleich vor der Kamera auswendig sagen. Sie üben. "Manchmal gibt der Regisseur Tipps, wie ich etwas besser machen kann", sagt Lene. Die Sätze sind schwierig zu lernen. Außerdem malt die Zwölfjährige in einer Szene gleichzeitig mit einem Bleistift eine Frau auf einen Block. Denn so steht es im Drehbuch.

"Wir drehen die Szene chronologisch", ruft der Regisseur. Chronologisch heißt: Alles wird der Reihe nach gespielt, wie es später auch im Film zu sehen ist. Lene kommt also allein aus der Schule. Sie setzt sich auf eine Treppe, packt ihren Block aus und malt eine Frau. Dann hält sie den Block vor sich, nimmt ihn wieder weg und plötzlich steht die gemalte Frau vor ihr.

Viele Fragen

"Beim Dreh ist es schon aufregend", erklärt Lene. "Man ist auch immer so bedacht, nichts falsch zu machen, weil sonst das ganze Team aufgehalten wird." Am Aufregendsten waren für sie aber die Kinder aus der Grundschule: "Die haben viele Fragen gestellt. Wo ich schon überall mitgespielt habe, ob die Kleidung meine echte Kleidung ist und wie ich mit wirklichem Namen heiße." (dpa)
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