Leserbrief Ein Stück weit Alibifunktion

Zum beabsichtigten Ausbau der Schloßgasse in Vilseck:

In dem Bericht vom 28. November mit dem Titel "Bauhof wichtiger als Schloßgasse" wurde der Eindruck vermittelt, die Schloßgasse sei in einem erbarmungswürdigen Zustand. Dazu ist anzumerken, dass dies nur für den hinteren Teil im Bereich des ehemaligen Brauhauses gilt. Der ist aber bisher noch nie ausgebaut worden, auch nicht in den 70er Jahren.

Die Anwohner sind für den Ausbau von diesem Teil der Straße inklusive eines Parkplatzes (Schreiben vom 5. November an den Stadtrat liegt der Redaktion vor). Wir Anlieger wehren uns lediglich dagegen, dass die Straße von der Froschau hinauf zu Burg mit einem Pflaster versehen wird und wir für diesen Ausbau herangezogen werden sollen.

Dieser Teil der Straße ist in einem guten Zustand, er weist keine Löcher oder Spurrinnen auf. Die letzten Schäden wurden 2013 von der Stadt abgefräst und fachgerecht instand gesetzt. Wenn die Straße im nächsten Jahr sowieso erneuert werden soll, wieso wurden dann hierfür Steuergelder eingesetzt?

Lediglich die Pflasterrinnen sollten neu verfugt werden und ein kleiner Teil des Bürgersteiges müsste neu asphaltiert werden. Das aber fällt in den normalen Straßenunterhalt der Kommune, kann sogar vom städtischen Bauhof erledigt werden, und die Straße kann somit ihre Funktion auch die nächsten 25 Jahre erfüllen. Niemals wurde in irgend einer Stadtratssitzung von einer kaputten Schloßgasse gesprochen. Vielmehr soll der "Ausbau der Schloßgasse" nur dazu dienen, den Verbleib der Stadt in der Städtebauförderung zu sichern (siehe Protokolle der Stadtratssitzungen vom 21. Mai 2013 und 17. Juni 2013, nachzulesen auf der Homepage der Stadt). Darin wird ausgeführt, dass wegen der Gefahr des Herausfallens aus der Förderung Maßnahmen nötig sind, um dies zu verhindern.

Wenn jetzt der Kanal saniert werden soll, so kann das auch wie auf dem Marktplatz, in der Breiten Gasse und vielen anderen Straßen mittels eines sogenannten Inlinerverfahrens erfolgen, ohne dass die Straße geöffnet werden muss. Ob eine Erneuerung der Wasserleitung notwendig ist, wurde bisher noch gar nicht beurteilt. In den letzten Jahren gab es meines Wissens keine Rohrbrüche in der Schloßgasse wie in anderen Straßen.

Eine Straße sollte nur dann mit Steuergeldern erneuert werden, wenn sie schadhaft ist, und nicht nach dem Kriterium, in welchem Jahr sie gebaut worden ist. (...) Ein Antrag, die Schloßgasse mit einer Asphaltdecke neu auszubauen, würde wohl zurecht mit dem guten Zustand der Straße zurückgewiesen werden. Denn das wäre eine Verschwendung von Steuergeldern.

Für die Anwohner,Karl Ruppert, Schloßgasse 1

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