Leserbrief "Hoffentlich das letzte Hirschauer Stückl des Birgländer Gemeinderats"

Zur Auffüllung einer Böschung in Fürnried erreichte uns die folgende Zuschrift:

Man hat sich im Birgland ja bereits an die Auffüllung von Böschungen an Gemeindeverbindungsstraßen mit Bauschutt gewöhnt. Aber was jetzt in Fürnried passiert ist, schlägt dem Fass den Boden aus. Am nördlichen Ortseingang wurde der über drei Meter hohe Straßendamm vor der Überfahrt über den Trockenbach (von Wurmrausch her kommend) auf der Westseite mit Bauschutt aufgefüllt, um darauf ein paar Parkplätze zu errichten.

Das Dumme an der Sache ist nur, dass dieses Mal die Gemeinde selbst der Bauherr ist. Und das ganze ohne jeglichen Bauantrag (die Baustelle befindet sich noch dazu im Außenbereich!), ohne Rückfrage bei der unteren Naturschutzbehörde und ohne Prüfung des eingefüllten Bauschutts. Eine kurze Rückversicherung der Bürgermeisterin im nichtöffentlichen Teil einer Gemeinderatssitzung bei ihrem Gemeinderat hat offensichtlich ausgereicht, um zur Tat zu schreiten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Ganze mit dem Landratsamt Amberg-Sulzbach abgestimmt war.

So geht es schon überhaupt nicht. Die Ansicht von Nordosten auf den Ort Fürnried ist sehr beeindruckend, weil hier das geschlossene Ortsbild mit seinen vielen Fachwerkgiebeln am besten zur Geltung kommt. Außerdem richten die wenigen Parkplätze gegen die in der Ortsmitte bestehende Parkplatznot vor allem am Sonntag gar nichts aus. Im Gegenteil: Für ältere Personen wird es schwierig, die steile "Nägerl-Gasse" auf dem Weg zur Ortsmitte zu bewältigen.

Im Grunde hat der ganze Gemeinderat bei der Lösung des Parkplatzproblems wiederum jegliche Vision vermissen lassen. Ich darf nur daran erinnern, dass ich als Gemeinderat bereits vor Jahren die Möglichkeit eines Parkplatzes am südöstlichen Ortsausgang angeregt habe. Der Vorschlag fand kein Gehör. In Zukunft wäre der Gemeinderat gut beraten, solche massiven Eingriffe in das Ortsbild mit den Bürgern zu diskutieren und im öffentlichen Teil einer Sitzung zu einem vernünftigen Abschluss zu bringen.

Bleibt nur zu hoffen, dass dies jetzt das letzte Hirschauer Stückl des Birgländer Gemeinderats war. Betonen möchte ich, dass dem Lieferanten des Bauschutts aus meiner Sicht keinerlei Vorwürfe zu machen sind.

Erwin Vogel, Fürnried

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