Leserbrief Security auf dem Annaberg: Kritik trifft die Falschen

Zum Artikel "Als Kirchenbesucher verjagt"; über schlechte Erfahrungen auf dem Annabergfest (Samstagsausgabe vom 25. Juli) erreichte die Redaktion folgende Zuschrift:

Verehrter Herr Scheibl, ich kann verstehen, dass Sie durch das Vorgehen der Security-Leute am Berg verärgert sind. Ich würde mir auch wünschen, dass das Security-Team etwas sensibler mit Annabergbesuchern umgehen würde und einen Blick dafür hätte, wer den Platz vor dem Freialtar zum stillen Verweilen und Beten nutzen möchte oder wer versucht, den spirituellen Ort zu stören. Doch ist diese Entscheidung für Securities nicht immer einfach und ein generelles Nein zu sagen sicher leichter.

Doch deswegen eine Breitseite auf den Klerus zu schießen und die Abschaffung der Kirchensteuer zu fordern geht mir doch zu weit und trifft eindeutig die Falschen. Wenn Sie nach einem Schuldigen in dieser Sache suchen, dann waren dies über viele Jahre hinweg unvernünftige Jugendliche, die mit ihren Masskrügen zum Teil schon während des Gottesdienstes die Andacht störten und sich nach dem Gottesdienst rund um die Altarinsel breitmachten. Dort feierten sie ihre Form vom Annabergfest, klebten Pizzareste an die Bäume, urinierten auf die Altarinsel und zerschlugen Glas. Eine ganze Mannschaft an ehrenamtlichen Helfern war notwendig, um den Platz jeden Morgen um 5 Uhr schubkarenweise von Scherben, Abfall und Fäkalien zu reinigen, damit Kirchenbesucher wieder Gottesdienst feiern konnten. Gespräche mit angetrunkenen Jugendlichen zu führen erwies sich als sinnlos.

Aus diesem Grund entschied sich die Pfarrei dafür - eigentlich schweren Herzens - die Kosten nicht zu scheuen und einen Security-Dienst zu beauftragen, der auf dem Kirchengelände für Ordnung sorgt. Wenn Sie sich also ärgern, dann ärgern Sie sich bitte über die zunehmend egoistische Praxis von Mitmenschen (es müssen nicht immer nur Jugendliche sein!), die nur ihr momentanes Interesse in den Mittelpunkt stellen (und das nicht nur auf dem Annaberg), ohne dabei daran zu denken, welche weitreichenden Konsequenzen ihr Tun für die Allgemeinheit hat.

Seit der Security-Dienst diese Aufgabe übernommen hat, gibt es diesbezüglich - soweit ich weiß - keine Probleme mehr. Dafür erlaube ich mir dem Security-Team ein Dankeschön zu sagen.

Anton Rauch,ehemaliger Gemeindereferentin Sulzbach, St. Marien
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