Leserbrief Verbot für Biker: "Holzrückegassen verursachen mehr Schäden"

Zum Artikel "Auf goldenem Mittelweg ins Tal" (Ausgabe vom Montag, 6. Juli) erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift:

"Es ist immer wieder interessant zu lesen, mit welchem Kleinkram sich unsere Gesellschaft beschäftigt. Da haben ein paar Mountainbiker, die offensichtlich lieber bergab als bergauf fahren, am Johannisberg eine Abfahrtsstrecke in den Wald gezimmert und schon spielt die halbe Welt verrückt. Um nicht falsch verstanden zu werden: Auch der Wald ist definitiv kein rechtsfreier Raum und zumindest hätte man die Verantwortlichen auch mal fragen können, was man in diesem Wald nun anstellen kann und was nicht. Nur wundert an der Stelle die vollkommen überzogene Reaktion der dortigen Forstbehörde.

Über 20 Jahre habe ich die Gegend am Johannisberg als Mountainbiker, Crossläufer und für Familienausflüge genutzt, bis auf einmal Mitte vergangenen Jahres das gesamte Gebiet mit Verbotsschildern übersät war. Auf fast allen Naturwegen waren mutwillig Bäume in den Weg gelegt worden.

In den vergangenen 20 Jahren habe ich bei der Nutzung des Waldes als Sportler keinen einzigen Konflikt erlebt. Nicht einmal, als ich dort mit größeren Gruppen oder Nachwuchsfahrern trainiert hatte und anschließend mit der ganzen Truppe in Freudenberg eingekehrt bin. Es mag ja sein, dass das an anderer Stelle auch mal anders gelaufen ist, aber dies zur Grundlage für Verbote zu machen, die dann alle Interessengruppen in Mitleidenschaft ziehen, ist ja wohl mehr als kleinkariert und auch dem Ruf der betreffenden Gemeinde als Tourismusort wenig dienlich.

Recht interessant mutet auch der auf den Verbotsschildern zitierte Artikelabsatz des bayerischen Naturschutzgesetzes an. Im gleichen Artikel steht unter anderem auch geschrieben, dass im Falle einer Inschutznahme die zuständige Gemeinde mit zu informieren und das Vorhaben dieser rechtzeitig anzukündigen ist. Auf meine damalige Anfrage bei der Gemeinde wusste anscheinend niemand Bescheid. Das zeugt eher von Willkür als von konstruktiver Auseinandersetzung mit der Sache.

Was die Schädigung der Natur durch die genannte Abfahrtstecke angeht, kann ich die Leserschaft beruhigen. Ich habe gute zwei Jahre gebraucht, um diese Strecke überhaupt zu finden. Viel einfacher findet man hingegen in dem Gelände an vielen Stellen Holzrückegassen, wo tonnenschwere Harvester ihre Spuren hinterlassen haben. Nun gut, auch ich weiß, dass die moderne Waldbewirtschaftung ohne diese modernen Errungenschaften nicht mehr auskommen kann oder will. Nur passt das hinten und vorne nicht zusammen, wenn sich gleichzeitig über ein paar zusammengenagelte Bretter, die im Wald als Sprunghügel dienen, so aufgeregt wird.

Bernd HagenThomas-Mann-Straße 37a92224 Amberg
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