Leserbriefe Ammerbach: Gleiches Recht für alle

Zur Renaturierung des Ammerbachs (AZ vom 27. Februar):

Mit großer Verwunderung habe ich den Artikel zur Renaturierung des Ammerbachs gelesen. Schon als Kind habe ich mit Freunden am Bach bei der Rammertshofer Ruine gespielt. Es sind also bestimmt schon 50 Jahre, in denen der Bach so verläuft. Kann man die 150 000 Euro nicht sinnvoller verwenden, als in die bestehende, schöne Naturlandschaft einzugreifen? Mich befremdet ohnehin, warum in Bezug auf das Gelände rund um den Segelflieger-Flugplatz nicht endlich mal mit offenen Karten gespielt wird.

Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet oder nur ein Schutzgebiet sind im Gespräch. Man erfährt aber von keinem die wahren Hintergründe, warum auf einmal massiv in die Natur eingegriffen wird. Sei es durch Abholzen alten Baumbestands oder durch Verlegung des Bachs. Keiner spricht davon, dass eine verlängerte Landebahn bzw. eine Notlandebahn für den Segelflugplatz vorgesehen ist. Warum sonst sollte der Bach umgeleitet werden? Dennoch bleibt die Frage, was passiert mit den zahlreichen Fisch-, Krebs- und Vogelarten im und um den Ammerbach? Kann die Renaturierung auch von Nachteil sein? Dazu die Antwort von Baureferent Markus Kühne sinngemäß: "Wenn Sie sich im künstlichen Kanal heimisch gefühlt haben, werden Sie die Natur auch mögen."

In dieser Aussage kann man erkennen, dass Herrn Kühne die Tiere völlig egal sind. Ich rate den Herren vom Bauausschuss, sich mal vor Ort den vermeintlich künstlichen Kanal anzuschauen. Uralte Bäume stehen am Bachrand, die Ufer sind wunderschön bewachsen und im Bach wuchern genügend Pflanzen, um Sauerstoff zu spenden. Im Übrigen soll sich im ganzen Gebiet zwischen Atzlricht und Fuchsstein einiges ändern. Wegen der Bodenbrüter soll das gesamte Gelände für Hunde gesperrt werden.

Ich hoffe nur, dass sich die große Zahl der Hundebesitzer zusammentut und dagegen Protest einlegt. Es kann nicht sein, dass die Autos und die Motorflieger der Segler auf den Wiesen fahren dürfen, ein Schäfer alle Wiesen nutzen darf, Mountainbiker das Gebiet als Rennstrecke unsicher machen können, Hunde aber nicht erwünscht sind. Von den Füchsen, Mardern und Greifvögel geht bestimmt mehr Gefahr für Bodenbrüter aus. Wo sonst ist es den vielen Amberger Hundebesitzern möglich, mit ihrem Tier entspannt spazieren zu gehen? Ich habe weder etwas gegen die Segelflieger noch den Schäfer, Spaziergänger Jogger oder Biker am Ammerthaler Weg. In einer Demokratie gilt aber: Gleiches Recht für alle. Wenn schon ein Schutzgebiet, dann müssen sich alle daran halten. In einem Schutzgebiet gibt's kein Abholzen der alten Bäume, keine Verlegung des Bachs und auch keine Autos auf Wiesen. Vielleicht wäre es besser, das Geld für die Verlegung des Bachs in Spielplätze für Kinder zu investieren.

Michael Wagner,Amberg

In Amberg besser als in Nürnberg

Zum Artikel "Schlag gegen die Taubenplage":

Mit großem Interesse habe ich Ihren Beitrag über die tierschutzgerechte Taubenregulierung in Amberg gesehen. Im Gegensatz zu Erlangen und Amberg wird in Nürnberg keine humane, also tierschutzgerechte Taubenregulierung vorgenommen. In Nürnberg sind mir schon oft Stadttauben mit verkrüppelten Füßen aufgefallen. Es handelt sich dabei oft um Einschnürungen, die dadurch entstehen, dass die Tauben sich mit den Füßen in Netzen verfangen, die zur Abwehr der Tiere an Gebäuden angebracht werden. Die Tiere versuchen, sich zu befreien. Dabei kann es passieren, dass Fäden aus dem Netz abreißen und die Tauben sich diese um die Krallen wickeln. Der Fuß stirbt langsam ab, was sehr qualvoll ist.

Deshalb würde ich eine tierschutzgerechte Taubenregulierung, wie sie zum Beispiel in Erlangen und Amberg praktiziert wird, befürworten. Dort ist es Ziel, Tauben an Schläge zu binden. Damit wird eine tierschutzgerechte und nachhaltige Regulierung der Population im Stadtgebiet erreicht. In den Taubenstationen erhalten die Vögel Futter und werden so zum Nisten veranlasst. Die Eier werden aus den Nestern entnommen und gegen Gipseier ausgetauscht. Der Taubennachwuchs wird so wesentlich vermindert.

Ulrich JaegerFürth

___

Leserbriefe müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe sinnwahrend zu kürzen.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.