Leserbriefe "Befragung nicht angebracht"

Zur Diskussion über die Westumgehung Kümmersbruck und den angekündigten Bürgerentscheid:

Eine Klage ohne Begründung gegen die Westumgehung zeigt nunmehr, wie ahnungslos Bürger sein können. Es ist verwunderlich, was sich einige Leute immer wieder einfallen lassen, um die bereits geplante und genehmigte Westumgehung zu sabotieren.

Fakt ist, dass die vorherige Legislatur der Gemeinde Kümmersbruck über Jahre hinweg umfangreich Grundstücke gekauft hat, um Grundbesitzern an der Trasse Ersatzgrundstücke anbieten zu können. Der Wert fließt bei der Baufinanzierung als Eigenanteil in die Gesamtsumme ein, die wiederum zur Refinanzierung verwendet werden kann. Die Gemeinde kann sich die Finanzierung der Westumfahrung leisten, dank der niedrig gehalten Pro-Kopf-Verschuldung.

Es stellt sich nun die Frage, ob sich die Kommune bewusst ist, dass zweierlei Maß angesetzt wird, wenn es sich um die Anlieger der Vilstalstraße handelt, die täglich der Lärmbelästigung und der Luftverschmutzung ausgesetzt sind und sich einer schleichenden Enteignung ihres Besitzes unterziehen müssen?

Die kontinuierliche Belastung ist nicht nur gesundheitsschädigend, sondern mindert den Wert der Immobilien. Ist die Renovierung des Hallenbads wichtiger als die Gesundheit steuerzahlender Bürger und deren über Generationen hart erworbenes Eigentum? Die Prioritäten sollten ganz klar hier angesetzt werden.

Die geplante Bürgerbefragung ist zwar ein Ansatz für demokratische Meinungsbildung, ist aber in diesem Fall nicht angebracht. Denn den Anwohnern der Vilstalstraße wird momentan und wahrscheinlich auch in Zukunft jegliches demokratische Grundrecht auf Schutz und Sicherheit verwehrt.

Ingrid WagnerKümmersbruck

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