Leserbriefe Der Lärm, die Abgase, der Feinstaub

Zum Beitrag "Keine ,gmahde Wies'n' " (Ausgabe 31. Oktober, 1./2. November) über den Sachstand der Planungen für die Verlegung der Bundesstraße B 299:

Jetzt ist die Katze aus dem Sack und findet auf der "gmahd'n Wies'n" zur Wahrheit! Laut Bauamtschef Henner Wasmuth geht es in Waldsassen nicht nur um eine normale Bundesstraße.

Die internationale Bedeutung des Grenzüberganges, die "europäische Dimension" lässt ein extrem hohes Verkehrsaufkommen (Schwerlastverkehr) erwarten! Warum wurde das viele Jahre lang verschwiegen und beschönigt? Den Waldsassener wurde erzählt, dass auch nach dem Bau der Straße auf dem Bahndamm, kein zusätzlicher Lkw-Verkehr kommt. Die Lkw würden nicht über die Ampeln in Eger und durch die Engstellen in Waldsassen fahren.

Die Lkw-Umgehung sei die Strecke über Schirnding und Marktredwitz. Dass Eger eine Südumgehung plane wurde jahrelang abgestritten. Die Realität hat alle diese unrichtigen Behauptungen widerlegt! Die Trassenwahl "Bahndamm" wurde mit der größeren Entlastungswirkung für Waldsassen begründet, obwohl die vorliegende Planung "Links-Abbiege-Verkehr" vorsieht. Auch der Name "Regionaltrasse" ist irreführend und täuschend. Es handelt sich in Wahrheit um ein Projekt von "europäischer Dimension", um einen Autobahnzubringer, um eine Ost-West-Magistrale für internationalen Schwerlastverkehr. Wenn all die Aussagen von offizieller Seite so unglaublich falsch waren, warum sollten dann die prognostizierten Verkehrszahlen auch nur annähernd richtig sein ?

Wenn diese Trasse ohne Hindernisse, durchgängig befahrbar, ausgeschildert ist und von den Navigationsgeräten empfohlen wird, werden sich die Verkehrszahlen drastisch erhöhen. Der Lärm, die krebserregenden Abgase und der gefährliche Feinstaub sind für alle auf Dauer eine unerträgliche Gesundheitsgefahr. Nicht nur die unmittelbaren Anwohner, das ganze Stadtgebiet wäre betroffen. Auch die Kindergärten und die Schulen liegen in der Nähe der geplanten Trasse, die da mitten durch unsere bisher lebens- und liebenswerte Kultur- und Fremdenverkehrsstadt führen soll.

Die Stadt-Zerschneidung, die Gesundheitsgefahr, drohende Kosten in Millionenhöhe, sowie jahrelange Verkehrsbehinderungen während der Bauzeit zeigen die Unsinnigkeit dieser Planung auf. Die einzige sinnvolle und vernünftige Lösung ist eine echte Umgehung und die dürfte sicherer und schneller zu machen sein, als die geplante Stadtdurchfahrt. Die Waldsassener Bürgerinnen und Bürger haben sich nicht durch falsche Aussagen und Beschönigungen täuschen lassen und mit Mehrheit, durch Bürgerentscheid, die Stadt-Durchfahrung abgelehnt und eine echte Umgehung gefordert. Behörden und Amtspersonen sollten den Bürgerwillen respektieren und danach handeln!

Eduard Mickisch, Waldsassen

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