Leserbriefe Eine Verschandelung

Eine Meinung zum Artikel "Öffentliche Garage kein Tabu" vom Dienstag, 4. November.

Sehr geehrter Herr Dr. Schmid, ich wünsche mir ein Umdenken Ihrer eingefahrenen Argumente und Versuche zur Adaptation von Verkehr an urbanes Leben. Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass sich die Altstadt urban, verkehrstechnisch und wirtschaftlich vor einem halben Jahrtausend entwickelt hat. Damals war das gut. Jetzt ist das Aufpfropfen der Altstadt mit inneren Parkhäusern keine "Veredlung", sondern eine Verschandelung.

Die jetzt von Ihnen in direkten Zusammenhang gebrachte Abhängigkeit von Wirtschaft und Verkehr, ist absurd und gerät umso mehr in die Sackgasse, als das Auto als alleiniges Verkehrsmittel angesehen wird. Denken Sie bitte in historischen Dimensionen. Welche Konstrukte wollen Sie in den nächsten Jahrzehnten bemühen, um den wachsenden Individualverkehr zu bedienen? Die Altstadt ist für diese Art Mobilität nicht gemacht, und man sollte den Bann über solch Ansinnen wie das Ihrige verhängen.

Unsere Zukunft mit der Altstadt lautet: Lebenswert wohnen und arbeiten, dank kurzer Wege ohne Pkw, generationsübergreifendes Wohnen und soziales Miteinander, weil wir aufeinander angewiesen und die sozialen Systeme auf dem Rückzug sind und einen gediegenen Einzelhandel und Handwerk, die von einer prosperierenden Gesellschaft zur Blüte gebracht werden.

Den einzigen und richtigen Weg zeigt Baureferent Markus Kühne, der in seinem vor kurzem veröffentlichten Entwurf nach dem Motto "Ganz nah dran" den Verkehr um das Ei konzentriert und direkte und kurze Wege in die Altstadt ermöglicht.

Dr. Rainer Michael Voss, Amberg

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