Leserbriefe "Ich bin entsetzt über geäußerte Gedanken"

Leserbrief zum Kommentar über den Volkstrauertag.

Natürlich ist es vollkommen legitim, die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Volkstrauertages zu stellen. Es ist aber ganz bestimmt illegitim, seine Position als Journalist zu gebrauchen, um uniformierte Teilnehmer an diesem Gedenken pauschal zu diskreditieren und ihnen Exponiergehabe zu unterstellen. Der Ehrenzugführer der Bundeswehr an dieser Gedenkfeier hat seine Kommandos nicht gebellt. Hunde bellen. Es kommt doch auch niemand auf die Idee, Ihnen vorzuwerfen, anstatt Zeitungsartikel zu verfassen, zu schwadronieren, zu schwatzen oder zu faseln.

Wenn der Vertreter der Bundeswehr, Oberst Schneider, mit seinen Soldatinnen und Soldaten mehrfach Auslandseinsätze - in Uniform und mit Waffe - zu bestehen hatten, um Länder zu befrieden und demokratische Verhältnisse zu schaffen und dabei im Auftrag der Politik ihre Knochen hingehalten haben, dabei bisher über 100 Tote zu beklagen hatten, ist es dann zu viel verlangt, wenn sie in Uniform auch ihrer gefallenen Kameraden gedenken? Geht's noch?

An diesem Volkstrauertag haben Hunderte von Soldaten und vor allem Reservisten in Uniform allein im Landkreis Amberg-Sulzbach den Toten beider Weltkriege und ihrer gefallenen Bundeswehrkameraden gedacht. Haben die nach ihrer Lesart auch alle ihre Uniform zur Schau getragen und sind lauter Gockel?

Die überwiegend älteren zivilen Teilnehmer an diesem Gedenken bezeichnen Sie als "alte Kameraden" denen man allein das Gedenken nicht überlassen sollte. Wann haben diese Leute denn in Anspruch genommen, dies allein tun zu dürfen? Was haben Sie denn unternommen, die jüngere Generation zu animieren, den Volkstrauertag würdig zu begehen?

Ich bin gespannt, wann Sie den anderen Uniformträgern wie der Polizei, der Feuerwehr, Reservisten und Veteranenverbänden das Tragen der Uniform madig machen wollen? Ich bin wie Dutzende aktiver und ehemaliger Uniformträger entsetzt über ihre geäußerten Gedanken.

Horst Carstiuc, Amberg

___

Leserbriefe müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe sinnwahrend zu kürzen.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.