Leserbriefe Lieber Blumen als Waffen

Ein Leser reagiert auf "Geht es auch kleiner ?" - ein "Angemerkt" zum Volkstrauertag:

Die Fragestellung ist durchaus berechtigt. Kriegsopfern zu gedenken, indem Waffen und Uniformen im typisch militärischen Habitus präsentiert werden, deckt die Widersprüchlichkeit auf, mit welchem Selbstverständnis die Bundeswehr solch einen Trauertag für sich interpretiert.

Selbstverständlich ist die Bundeswehr Teil der Bevölkerung und somit ein legitimer Teil des Volkstrauertages. Ob es passend ist, sich zu diesem Anlass so zu präsentieren und nicht lieber als stiller Teil des Volkes im Hintergrund, aber dennoch präsent, diesen Gedenktag zu begehen, möge jeder für sich entscheiden. Ich persönlich sehe die Bundeswehr nicht als eine Nachfolgeorganisation der Wehrmacht und erst recht nicht des NS-Terrors. Aber mit Verlaub: Es stört mich schon sehr, wenn unsere Armee zum Gedenktag derer, die durch Waffengewalt starben oder Opfer des Terrors wurden, bewaffnet und gerüstet erscheint. Das ist nicht nur falsch verstandener Traditionismus, das ist zynischer Aktionismus in schlimmster Form. Trüge die Ehrenformation der Bundeswehr eine Blume statt der Waffe und dem Helm zur Uniform, gäbe dieses ein würdigeres Bild und wäre in sich schlüssig.

Fritz-Henning Schrader, Amberg

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