Leserbriefe Noch weit weg vom wahren "Wasserpreis-Himmel"

Zur Erhöhung der Wasser- und Abwassergebühren in Ebermannsdorf, AZ vom 12. August:

Wir wohnen in Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg und haben seit 2002 einen Bürgermeister der SPD. Nach der Amtsübernahme wurde bekannt, dass die notwendige Umstrukturierung und Neugestaltung des Abwasserproblemes für alle Ortsteile durch eine Fäkalienpipeline über viele Kilometer in die Kläranlage nach Sulzbach-Rosenberg gelöst werden sollte, was dann tatsächlich auch so gemacht wurde.

In der Zeit zwischen Mitte 2005 bis Mitte 2009 mussten wir einen Herstellungsbeitrag in Höhe von rund 6000 Euro bezahlen. Die Wasser-/Abwasser-Gebühren sind parallel seitdem massiv gestiegen. Für unseren Wasserverbrauch von 124 Kubikmeter im Jahr 2014 erzielten wir einen Durchschnittspreis von 6,80 pro Kubikmeter, Tendenz steigend!

Anlässlich der Kommunalwahlen 2014 bat ich unter anderem Landrat Richard Reisinger sowie unseren Bürgermeister Winfried Franz um klare Aussagen, was sie gegen diese unverschämten Wasserpreise zu tun gedenken.

Die Antwort des Bürgermeisters vom 10. März 2014: (...), ich versichere Ihnen: Wir beschäftigen uns in Verwaltung und Gemeinderat intensiv mit dem Ziel, die Kosten der Abwasserbeseitigung zu senken. Der Sachverhalt ist aber komplex, deshalb braucht es Sachverstand und etwas Zeit, um eine Lösung im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger zu finden. (...) Immer mehr junge Menschen verlassen nach dem Studium oder der Ausbildung ihre Heimat. Dieser Trend muss dringend gestoppt werden! Nicht zuletzt hat der Bevölkerungsrückgang Auswirkungen auf die Gebühren: Je weniger Abnehmer die öffentliche Abwasserentsorgung bzw. Wasserversorgung nutzen, desto höher werden die Kosten je Kubikmeter für die verbleibenden Bürger!"

Welch epochale Erkenntnis! Das war auch schon zur Zeit der Planung und Realisierung der Fäkalienpipline bekannt. Trotzdem wurde diese Rohrleitung gebaut. obwohl man wusste, dass dies auf Dauer nur die teuerste Lösung sein konnte. Instandhaltungs- und Service-Kosten der Pipeline, Einleitungsgebühren für die Kläranlage Sulzbach-Rosenberg ect. für - wahrscheinlich auf Dauer immer weniger werdende Bürger der Gemeinde Neukirchen - werden den Kubikmeter-Preis immer weiter nach oben schrauben! Und wer zieht heute schon in eine Gemeinde, von der man weiß, dass man von den vor Ort anfallenden Kommunalabgaben fast erschlagen wird!

Also - liebe Leute von Ebermannsdorf - auch Ihr habt sicher noch einiges vor Euch was euren Wasserpreis betrifft. Wehrt Euch - soweit es geht - sonst seid Ihr auf dem besten Weg in den "Wasserpreis-Himmel von Neukirchen"!

Wolfgang StriepenNeukirchen

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