Leserbriefe "Oberbürgermeister und Stadtrat sind zu einer Besichtigung eingeladen"

Zum Artikel "Schandfleck am Bergsteig":

Laut dem Zeitungsartikel über den Containerplatz am Bergsteig würde dieser angeblich das Viertel verunstalten. Nun habe ich mir selbst ein Bild davon gemacht und kann dies nicht nachvollziehen. Der Platz liegt am Rand des Wohnviertels, ist teilweise eingezäunt, und das im Artikel erwähnte Verkehrsproblem kann ich so auch nicht erkennen.

Gerne würde ich die Politiker alle mal in die Sulzbacher Straße einladen. Denn wir haben hier einen Containerplatz direkt vor unserem Haus und unserem Küchenfenster: Vier unübersehbare und hässliche Glas- und Dosen- sowie ein Kleidercontainer. Dazu kommt im Sommer ein Grüncontainer, der teilweise durch penetranten Gestank zu geschlossenen Fenstern zwingt. Und wenn dieser im Dezember abgeholt wird, stellt der Bauhof einen wachturmähnlichen, über vier Meter hohen Streuturm für das Füllen der kleinen Streuwagen auf.

Diese fahren - wenn es schneit - morgens um 6 Uhr rückwärts unter den Turm, um aufzufüllen, und leuchten dabei gleich unsere Küche aus. Wenn der Grüncontainer im Frühjahr kommt, dann herrscht Hochkonjunktur. Bürger aus Amberg und Umgebung kommen von 6.30 bis abends um 20 Uhr - teilweise auch später. Egal wie voll der Container ist, es wird aufgeladen. Was daneben fällt, wird meist einfach liegengelassen und das weht der Wind uns dann vor das Haus.

Grasschnitt im Sommer stinkt ekelerregend, Fallobst im Herbst gammelt vor sich hin und stinkt zum Himmel. Es entleeren übrigens nicht nur Privatpersonen, sondern auch Hausmeisterdienste. Die Gastronomie entleert ebenfalls und was nicht rein passt, das wird auf die Container gestellt, beispielsweise große Dosen.

Wenn der Kleidercontainer voll ist, werden die Tüten einfach daneben hingestellt. Die Leute kommen rund um die Uhr, obwohl offiziell nur von Montag bis Samstag von 7 bis 19 Uhr geleert werden darf (was auch die Grüncontainer betrifft). Es wird übrigens auch an Sonn- und Feiertagen entleert. Spricht man die Leute darauf an, zeigen sich nur wenige einsichtig. Manchmal bekommt man nur eine dumme Antwort.

Auch Auswärtige entsorgen bei uns. Wenn man nachfragt, dann haben angeblich alle einen Garten in Amberg! Bei der Stadt gab man mir den Rat, die Autonummern zu notieren und an die Stadt weiterzuleiten. Dies habe ich einige Male gemacht, doch irgendwann kommt man sich wie ein Spitzel vor und ärgert sich nur noch über die Unvernunft der Leute.

Beim Ein-und Ausfahren in die Garage müssen wir im Sommer zu den Stoßzeiten ständig mit Behinderungen von parkenden Autos rechnen. Absolutes Halteverbot interessiert dort niemanden. So sieht das Wohnen an einem Containerplatz mitten in Amberg aus. Vielleicht versteht jetzt der ein oder andere, dass ich für solche Probleme wie am Bergsteig kein Verständnis aufbringen kann.

Mein Apell an die Stadt: Eine Verlegung der Stellplätze an den Stadtrand und einen Zaun darum, wie es auf jedem Dorf der Fall ist. Oder sogar Überwachungskameras. Das sind nur zwei von vielen Lösungen. Andere Städte können dies auch, warum nicht Amberg? Papier, Elektro- oder Sperrgut darf ich in Gailoh und Neumühle auch nur zu bestimmten Zeiten abladen. Im Landkreis gibt es für die Containerplätze sonst auch Öffnungszeiten.

Meine Vorschläge und Beschwerden an die Stadt und den Bauhof, einen anderen Standort für die Container und für den im Winter aufgestellten Streugutturm zu suchen, blieben leider ohne Ergebnis. Laut Aussage der Stadt und des Bauhofs sei dieser Standort ideal. Der Oberbürgermeister und der Stadtrat sind gerne zu einer Standortbesichtigung eingeladen.

Christine Hochholdinger, Amberg

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