Leserbriefe Ökologische Belange vor ästhetischen Gesichtspunkten durchsetzen

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Die SPD-Stadtratsfraktion hat zu meiner Freude entdeckt, dass "die optimale Ausrichtung neuer Gebäude für die solare Nutzung" auch dem Klima hilft.

Wir wollten beim Bau unseres Wohnhauses 1997 im Drillingsfeld von der vorgeschriebenen Firstrichtung Nord-Süd abweichen und ganz im Sinne der "grünen Hausnummer" unserer Stadt eine Photovoltaikanlage auf das Dach montieren.

Unsere Anfrage beim Bauamt ergab, dass wir damit vom Bebauungsplan abweichen würden. Mit der Genehmigung könnten wir frühestens in einem halben Jahr rechnen. Also gab es keine Photovoltaikanlage, denn das hätte den Baubeginn inakzeptabel verzögert. Auf Nachfrage wurde uns erklärt, die Firstrichtung würde deshalb vorgeschrieben, weil sonst jeder Bauherr eine Traufseite "in die Sonne drehen" würde und damit das Viertel langweilig aussehen würde. Dass die ästhetischen Gesichtspunkte bei den Planern auch ein Jahrzehnt später noch Vorrang hatten, beobachtete man beim Bebauungsplan "Im Espan", der 2011 beschlossen wurde. Da hatte der Architekt die elf Häuser elegant an der Höhenlinie ausgerichtet, mit der Folge, dass die Firstrichtung von Nordwest nach Südost verlief. Erst engagierte Mitglieder des Bauausschusses erreichten, dass von den elf Häusern immerhin fünf mit einer Traufseite nach Süden gedreht wurden.

Ich kann nur hoffen, dass die SPD-Fraktion jetzt ihre "Regierungsbeteiligung" in Amberg dazu nutzt, den Vorrang ökologischer Belange vor ästhetischen Gesichtspunkten in Bebauungsplänen durchzusetzen. Eine Anregung: Auch die Durchgängigkeit der Quartiere für Fußgänger und Radfahrer hilft dem Klima, weil sie unnötigen Autoverkehr reduziert.

Erwin Niklaus, Amberg

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