Leserbriefe "Oh nein, schon wieder"

Zum Gewerbegebiet an der B85/AM30.

Der hohe Flächenverbrauch ist nach wie vor eines unserer drängendsten Umweltprobleme: Im Jahr 2013 wurden in Bayern für Siedlungs- und Verkehrszwecke täglich (!) 18,1 Hektar oder 26 Fußballplätze verbraucht! Unter den Landwirten tobt ein Preiskampf um die knapper werdenden Pachtflächen. Wir verlieren nach wie vor Tier- und Pflanzenarten, weil ihre Lebensräume zubetoniert werden.

In Zeiten wie diesen hat die Stadt Amberg nichts Besseres zu tun, als ein neues Gewerbegebiet auszuweisen zu wollen, um einem im Stadtgebiet ansässigen Baumarkt den Umzug zu ermöglichen. Das wäre noch so eine kolossale Fehlentscheidung, wie der Umzug des Autohauses Fischer oder die Unterstützung des mittlerweile zum 10-jährigen Ritual gehörenden Umzugs von Discountern! Dies immer verbunden mit der Frage von zweifelhaften Nachnutzungen der bestehenden Gebäude.

Wo sind die kreativen Lösungen zur Ertüchtigung bestehender Gebäude, die einen Umzug überflüssig machen? Die kommunale Planungshoheit darf nicht dazu missbraucht werden, sich anbiedernd dem Diktat der Wirtschaft zu unterwerfen oder in den Konkurrenzkampf mit den Nachbarkommunen ums "Immer-Weiter", "Immer-Höher" zu treten. Kommunale Planungshoheit bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen, um nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt zu erhalten. Unserer Wirtschaft geht es gut. Das Totschlag-Argument "Arbeitsplätze" zieht nicht mehr. Wir können der Wirtschaft auch Zugeständnisse abfordern.

Früher trachtete eine Stadt danach, sich am Zugang zur Stadt möglichst positiv zu präsentieren und zu zeigen, wie wohlhabend und kunstsinnig man hier ist, wie wir an unserem wunderschönen Nabburger Tor heute noch eindrucksvoll sehen können. Heute empfangen wir unsere Gäste mit den immer gleichen, nichtssagenden Gewerbebauten in wie Krebsgeschwüre an der Stadt hängenden Gewerbegebieten. Amberg frisst sich mit Hässlichkeit in die Landschaft.

Stefan Schäffer, Krumbach
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