Leserbriefe Statt Schließung schlankere Führung

Zur Schließung von Zweigstellen der Sparkasse Amberg-Sulzbach:

Sparkassen haben sich überlebt. Sie wissen nicht mehr, wie sie ihre Kosten auffangen können. Gleichzeitig halten sich die Vorstände aus Eigeninteresse und fehlender Marktkompetenz an ihren Stühlen fest. Wenn man die Struktur der einzelnen Sparkassen betrachtet, erkennt man die tatsächlichen Kostenträger: den Wasserkopf von Politikern, die in den Verwaltungsbeiräten sitzen, bis hin zu aufgeblähten vielköpfigen Vorständen und deren Stellvertretern. Hinzu kommt im Zeitalter von Internet ein Heer von Empfangsdamen, Sekretärinnen und Hilfskräften. Alle sitzen in Gebäuden, die Millionen gekostet haben, heute aber völlig unnötig sind.

Statt nun eine Verschlankung der eigenen Führungsstruktur in die Wege zu leiten, werden Zweigstellen geschlossen, Gebühren eingeführt und erhöht sowie inkompetente Mitarbeiter in Telefonzentralen auf Mindestlohnbasis rekrutiert.

Zweigstellenleiter waren früher kompetente Ansprechpartner in allen Geldfragen. Heute vermitteln sie nur noch Gespräche zu anderen Mitarbeitern, die keinerlei sozialen Kontakt zum Kunden haben, ihn dafür aber mit unverständlichen Anlagen beraten. Wie abgehoben die Vorstände sind, erkennt man daran, dass sie kein Interesse an der Meinung und/oder Orientierung mit ihren Wettbewerbern haben.

Eine Zweigstelle kann heute von ein bis zwei Personen geführt werden, die hauptsächlich Beratungen übernehmen. Ein- und Auszahlungen sowie Überweisungen übernehmen Automaten. Persönliche Nähe zum Kunden spielt gerade im Internetzeitalter, in dem alles immer unpersönlicher wird, eine zentrale Rolle.

Führt man neben dem ehrenamtlichen Verwaltungsbeirat mit erheblichen Aufwandsentschädigungen auch einen ehrenamtlichen Vorstand mit Geschäftsführer ein und verschlankt die Verwaltung, benötigt man auch keinen Palast mehr. Jeder Kunde findet Alternativen zur Sparkasse. Besser wäre deshalb, der Vorstand erkennt die Konsequenzen seines Handelns, statt erst dann zu handeln, wenn schon alles zu spät ist.

Willy MoebiusAmberg

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