Leserbriefe Wohl der Hunde nicht über das von Kindern stellen

Auf den Artikel "Hund brutal geschlagen" vom 24. November reagieren drei Leser:

Bezeichnend für unsere Zeit, dass der Bericht über die Misshandlung eines Hundes eine halbe Seite einnimmt.

Die Verletzungen von Mitbürgern in Sulzbach-Rosenberg und Vilseck durch Bisswunden von Hunden bleiben in der gleichen Ausgabe aber nur Randnotizen. Offensichtlich ist die körperliche Unversehrtheit von Menschen weniger von Interesse als die eines Hundes. Wobei die unsensible Überschrift "Kleiner Hund ganz groß..." über den Vorfall in Vilseck dem Ganzen noch die Krone aufsetzt. Auch wenn manch einer wegen Enttäuschung oder Verletzung durch Mitmenschen für sich entschieden hat, sich von Mitbürgern abzuwenden und in seinem Haustier den vermeintlich "besseren Menschen" zu sehen, so sollte uns das Wohlbefinden Unseresgleichen doch noch wichtiger sein. Die Erhöhung der Haustiere zum Kind- oder Partnerersatz wegen sozialer Vereinsamung beweist das Zitat von Ulrike F. im Artikel: "Für mich sind Hunde wie Kinder...".

In manchen Situationen möchte man sogar meinen, dass einige Mitmenschen ihren Hund sogar über Kinder stellen. Stellen Sie sich vor, ein kleines Kind muss dringend in einer Grünanlage seine Notdurft verrichten oder zertrampelt spielend die Blumen, oder es läuft laut schreiend und gestikulierend auf fremde Menschen zu. Bei einem Kind würde man dieses Verhalten missbilligen und sofort warnend den Zeigefinger heben. Beim Hund allerdings heißt es nur lapidar: "Der will nur spielen."

Um nicht falsch verstanden zu werden, Tierschutz im Sinne von unnötiges Leid abwenden und dabei das Tier als Mitgeschöpf und nicht als "Mitmensch" zu sehen, ist für mich in Ordnung. Tierrechtler hingegen sehen die Tiere als absolut gleichberechtigt und gleichwertig an. Jegliche Domestizierung (Katze, Hund als Haustier, Reitpferde) ist abzulehnen. In logischer Konsequenz ist die vegetarische Ernährung das erklärte Ziel. Darum ist zu beachten, mit wem man sich auf solche Diskussionen einlässt. Tierschutz ist nicht gleich Tierschutz und die dahinter stehende Ideologie sollte man kennen.

Jürgen Donhauser, Moos

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