Lieber den "Bergoglio-Style" als modernes Pharisäertum

Zum Artikel "Ich will keinen Polit-Papst" auf unserer Kulturseite vom 17. Dezember 2014, in dem Schriftsteller Martin Mosebach über Franziskus und Benedikt interviewt wird, erhielten wir folgenden Leserbrief:

Als gläubiger Christ kann ich die Kritik des Intellektuellen Martin Mosebach an Papst Franziskus nicht unwidersprochen hinnehmen. Aus Sicht des Autors vernachlässigt Papst Franziskus die traditionellen Pflichten des Amtes, das laut seiner Aussage nicht in Veränderungen besteht und nicht neu erfunden werden soll. Er leugnet die Bescheidenheit des Papstes und propagiert einen "Priester-Papst", aber keinen Polit-Papst.

Das beschränkt sich für ihn auf Hände auflegen, segnen, von Sünden freisprechen und Messe halten. Dies gehört zweifellos dazu, aber an vorderster Stelle sollten für den Papst das Beispiel tätiger Nächstenliebe, christlicher Demut und das Engagement stehen, auf die Probleme unserer Zeit einzugehen, wie es uns Papst Franziskus vorlebt. Das Denken des Herrn Mosebach ist meiner Meinung nach konservativ einfältig. Ja, in welcher Welt lebt denn dieser Intellektuelle? Von kirchlichen Würdenträgern, die mit arrogantem, aufwendigem und selbstherrlichem Konservatismus die Kirche regierten, haben die Gläubigen genug (siehe die vielen Kirchenaustritte und rückläufigen Zahlen der Gottesdienstbesucher).

Die von Mosebach herablassend als "Bergoglio-Style" bezeichnete Amtsausübung halte ich für die wahre und würdige Nachfolge von Jesus Christus. Der "Mosebach-Style" dagegen ist für mich modernes Pharisäertum. Ich jedenfalls danke Gott für unseren Papst Franziskus.

Dr. Wolfgang Wagner92224 Amberg
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7957)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.