Linke Stadtregierung von Madrid will älteste Stierkampfschule Spaniens schließen
Torero-Schmiede kämpft ums Überleben

Schüler der Torero-Schmiede "Escuela de Tauromaquia de Madrid" üben mit Spießen und einer Stierattrappe. Vielleicht nicht mehr lange, denn Politiker wollen die größte Stierkampfschule Spaniens schließen. Bild: dpa

Madrid. Der Stierkampf hat in Spanien seine beste Zeit längst hinter sich. Nun wollen Politiker die bedeutsamste Stierkampfschule in Madrid schließen lassen. Während Gleichaltrige zum Fußballtraining gehen, lernen die Schüler der "Escuela de Tauromaquia de Madrid" (Madrider Stierkampfschule), wie man in der Arena Stiere tötet - und damit die Massen begeistert. Der Jüngste von ihnen ist 9, der älteste 18 Jahre alt.

Es ist ein unwirkliches Bild, wenn die Jungen in Jogginghosen Kreisbewegungen um die Stierattrappen herum vollführen. An den Wänden hängen vergilbte Poster aus alter Zeit. Und so, wie es aussieht, könnte die Schule bald selbst der Vergangenheit angehören. Das ist das erklärte Ziel der linken Stadtregierung. "Der Stierkampf wird politisiert", schimpft Schuldirektor José Luis Bote. "Der Stierkampf gehört nicht den Politikern, er gehört dem Volk!"

Das einst so glorifizierte Spektakel trifft auf immer stärkeren Widerstand. Umso größer war die Überraschung, als im März über 30 000 Menschen in Valencia für die Rechte der Stierkämpfer demonstrierten. Für die Madrider Stierkampfschule könnte das Aufbegehren jedoch zu spät kommen. Die Subventionen sind eingestellt. Die Tierschutz-Partei Pacma tritt für das Aus der Tradition ein. Vorsitzende Silvia Barquero: "Wir geben uns ... optimistisch, dass diese Barbarei in 20 Jahren vollständig aus Spanien verschwunden sein wird."
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