Männergesangverein Grafenwöhr vor 125 Jahren gegründet - Ehrenabend und Messe am 10. Oktober
Lehrer als Initiatoren

Grafenwöhr. (rgr) "Es ist ein Kulturzeugnis für die Stadt." Das sagte Monsignore Karl Wohlgut, als er seine Chronik über den Männergesangverein 1890 im Rathaus vorstellte. Der Verein feiert heuer sein 125. Jubiläum. Monsignore Karl Wohlgut, selbst aktiver Sänger und Heimatforscher, hat sich der Geschichte des Männergesangvereins (MGV) von 1890 bis 1990 angenommen und recherchiert.

Mariä-Lichtmeß war ein bedeutungsvoller Tag für den Gesangverein. Mit Schreiben vom 4. Februar 1890 meldete die Stadtverwaltung Grafenwöhr die Gründung eines neuen Vereins: "Dem königlichen Bezirksamt Eschenbach wird hiermit angezeigt, dass dahier am 2. Februar ein Gesangverein gegründet wurde." Näheres wurde jedoch erst zum 40. Jubiläum bekannt, das im Februar 1930 im Gasthof "Zum Goldenen Löwen" gefeiert wurde. Der damals eigens komponierte Sängerspruch lautete: "Vom Creußenstrand im Pfälzerland".

Die Initiative zur Gründung hatten drei zugezogene Lehrer übernommen: Jakob Würdinger, Georg Nibler und Anton Seibert. Weitere Gründungsmitglieder waren der Schreiner Konrad Brunner, der Rotgerber Michael Kick, der Schuhmacher Michael Meyer, der Schneider Michael Meiler, der Sattler Michael Renner und der Musiker Josef Jahn. Bereits 1892 übernahm Hermann Schenkl, der 18-jährige Lehrer, das Dirigat des Gesangvereins. Die ersten Singstunden fanden im Gasthof Specht statt; das Vereinslokal war der Gasthof "Zum Adler".

Der MGV hatte eigene Gesang- und Konzertabende und führte 1929 sogar die Operette "Des Glückes Schmied" auf. Außerdem gestaltet er die alljährlichen Gefallenenehrungen mit, die Abende des Heimatvereins und die Lossprechungsfeiern der Gesellenprüfungen. 1934 trat der Verein beim Annafest auf dem Schönberg auf und am Heiligabend 1935 um Mitternacht vor dem Christbaum auf dem Marktplatz.

"Bis zur Nazizeit war der MGV sehr aktiv, aber 1940 war die letzte Zusammenkunft, nach dem Krieg ging es ganz langsam wieder los. 1949 wurde ein Gesang-, Orchester- und Theaterverein gegründet und das Orchester von Anton Erhart geleitet", schreibt Wohlgut. Es wurde das Oratorium "Die sieben Worte Jesu am Kreuz" von Joseph Haydn aufgeführt.

Die Theatergruppe spielte Schillers "Räuber" auf der Naturbühne. Während das Orchester seine Blütezeit hatte, klappte das mit dem Kulturverein nicht ganz. Bei der 600-Jahr-Feier der Stadt erklang unter anderem Musik von Mozart und Johann Strauß sowie das "Halleluja" aus dem Oratorium "Der Messias". Auch das 100-jährige Jubiläum des MGV wurde groß gefeiert. Dazu erhielt der Verein die "Zelterplakette".
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.