Marktrat hört nicht auf Behörden
Leserbriefe

Zum Artikel "Windkraft möglich" am 9. Oktober:

Mit Schreiben vom 16.9.2015 hat das Landratsamt dem Markt Kohlberg ein weiteres Mal attestiert: "Vor diesem Hintergrund erscheint eine Freigabe der beantragten Flächen für Windkraftanlagen als nicht wahrscheinlich." Bereits im Jahr 2011 hat die Untere Naturschutzbehörde empfohlen, auf Herausnahme des Gebietes aus dem Landschaftsschutzgebiet zu verzichten. Die Behörde hatte dabei auf Beeinträchtigungen von Fischadler, Schwarzstorch und Fledermäusen hingewiesen. Selbst in dem von der Verwaltungsgemeinschaft in Auftrag gegebenen Gutachten der Firma TB Markert aus dem Jahr 2011 wird davor gewarnt.

Das alles ist aber nicht Argumentation genug, um den Marktgemeinderat dazu zu bewegen, seinen Beschluss zu korrigieren. Man beharrt vielmehr auf seiner Meinung und stößt somit die Zonierung des gesamten Naturparks durch den Bezirk Oberpfalz mit an. Dabei geht es nicht mehr um die Herausnahme von 50 Hektar aus dem Landschaftsschutzgebiet - es wird das gesamte Gebiet des Naturparkes in den Landkreisen Neustadt, Tirschenreuth und in Weiden überprüft.

Dem Schreiben des Landratsamtes vom 16.9.15 liegt eine Karte bei, aus der der 10H-Radius für 200 Meter hohe Windkraftanlagen ersichtlich ist. Demnach ist Kohlberg mit der Hälfte seiner Siedlungsfläche innerhalb des Radius' einer 200-Meter-Anlage. Wenn wir uns eine Windkraftanlage mit 230 Metern Höhe vorstellen, fällt nahezu der gesamte Orts in den gesetzlichen 10H-Schutzradius. Aber wir sind ja laut Aussagen unseres Bürgermeisters "weit genug weg."

Vor diesen Hintergründen erscheint es fragwürdig, warum der Markt so derart auf seinem Vorhaben beharrt, einen Windpark westlich von Kohlberg zu errichten. Kein Befürworter kann vorhersagen, wie sich diese Bauwerke auf uns alle auswirken werden. Deshalb wäre es im Sinne einer Risikominimierung für Mensch und Natur der sicherste Weg, das Projekt aufzugeben.

Erwin Fischer92702 Kohlberg

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