Massive Stahlgitter und starke Leuchten

Der sicherste Schutz gegen Einbrecher? Ihre Arbeit zu behindern oder sie dabei zu stören. Das gelingt natürlich durch besonders robuste Fenster und Türen, deren Aufbrechen Zeit kostet. Und durch Anzeichen, dass jemand den Einbrecher dabei entdecken könnte.

(dpa/tmn) Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in der Vergangenheit kontinuierlich gestiegen. 2014 waren es 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Viele Einbrüche ereignen sich am späten Nachmittag, abends oder nachts, denn die Dunkelheit bietet Einbrechern einen gewissen Schutz.

Zum Zeitpunkt der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit findet daher jedes Jahr der Tag des Einbruchschutzes (25. Oktober) statt, eine Kampagne zur Aufklärung. Die Frage: Wie kann man sich als Hausbesitzer schützen? Am effektivsten sind besonders die naheliegendsten Tipps:

Anwesenheit vortäuschen:

Bewegungsmelder enttarnen mit Licht am Hauseingang, Kellerabgang und Gartenweg Einbrecher und ihren Versuch, ins Haus zu gelangen. Die Lichtquellen sollten so angeordnet sein, dass sie auch die Hausfront ausleuchten.

Die Kriminalpolizei rät zu Halogenscheinwerfer mit mindestens 500 Watt, sicher vor Sabotage in einer Höhe von mindestens dreieinhalb Metern angebracht. Natürlich vertreibt eine laute Alarmanlage den Einbrecher wieder vom Haus. Aber fast noch besser zur Prävention eines Einbruchs sind Geräusche und Hinweise auf anwesende Bewohner.

Daher empfiehlt es sich, bei Abwesenheit mit Zeitschaltuhren immer wieder Räume zu beleuchten oder das Radio anmachen zu lassen. Das rät die Initiative "Nicht bei mir!", die unter anderem von der polizeilichen Kriminalitätsprävention der Länder und des Bundes getragen wird.

Türen absichern:

Empfohlen sind Zylinder- oder Einsteckschlösser mit Mehrpunktverriegelung, deren Riegel 20 Millimeter tief in das Schließblech greifen. Das Schloss soll sich weder durch Gewalt noch durch falsche Schlüssel öffnen lassen. Schutz vor nachgemachten Schlüsseln bietet ein Schließzylinder mit Sicherungskarte. Die Experten raten auch zu einer Systemeinheit aus Schloss, Schließzylinder, einbruchhemmendem Schutzbeschlag und Schließblech.

Ein zusätzliches Schloss mit Mauerverankerung sowie ein Querriegelschloss, das rund 30 Zentimeter unterhalb des Hauptschlosses installiert ist, können sinnvoll sein.

Fenster aufrüsten:

Rundherum angeordnete Pilzkopfzapfen und eine durchwurfhemmende Sicherheitsfolie sollten beim Fensterkauf auf der Liste stehen. Zusatzschlösser sind hier auch möglich. Wichtig ist, dass die Bandseiten gesichert sind sowie nicht nur Montageschaum den Rahmen im Mauerwerk hält.

Schlupflöcher verriegeln:

Kellerfenster müssen wie die anderen Fenster im Gebäude auch abgesichert sein, selbst wenn diese von außen nicht zu öffnen sind. Zusatzschutz bieten hier mindestens drei Millimeter starke Stahllochblenden, also ein Gitter vor dem Fenster. Verschraubte Bolzen oder Vorhängeschlösser sichern zusätzlich ab. Engmaschige Gitterroste mit - und das ist wichtig - verschweißten oder verdübelten Flacheisen verriegeln Lüftungsschächte. Außerdem nicht zu vernachlässigen: Mülltonnen, Gartenmöbel sowie Gerüste und Bäume in Hausnähe oder an der Fassade können Einbrecher als Kletterhilfen missbrauchen.

Warnanlage installieren:

Hier gibt es zwei Varianten, die Einbruchmeldeanlage und die Gefahrenwarnanlage. Erstere soll den Einbrecher mit einem lauten Alarm abschrecken und einen Notruf absetzen. Möglich ist auch das Auslösen eines stillen Notrufs, was der Polizei die Möglichkeit gibt, den nichtsahnenden Täter noch vor Ort zu schnappen. Laut der Initiative "Nicht bei mir!" gelang die Verhaftung in etwa drei Viertel der Fälle, in denen durch diese Technologie der Einbruch verhindert wurde. Die Gefahrenwarnanlage schützt vor Einbrecher, aber löst auch Alarm bei etwa Bränden oder Wasserschäden aus.
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