Matratze muss zum Bettystem passen - Gute Unterstützung für die Wirbelsäule ist entscheidend
Aufeinander abgestimmt

Federkernmodelle bestehen aus einem System von Stahlfedern, die sich einzeln und unabhängig voneinander bewegen. Legt sich ein Mensch darauf, verteilen sie den Druck.

Die Federn tragen außerdem zu einer guten Belüftung der Matratze bei, so dass sie auch für stark schwitzende Menschen oder kleinere Räume gut geeignet ist. Denn die Körperbewegungen sorgen für den sogenannten Pump-Effekt und damit für einen permanenten Luftaustausch.

Federkernmatratzen sind auch in den gerade so angesagten Boxspring-Betten verarbeitet. "Hier sollte man nicht nur auf die Optik des Bettes schauen, sondern vor allem darauf achten, dass es ergonomisch passt", betont Wartig.

Aus synthetischem Polyure-than-Schaum besteht die zweite Variante. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Standard- und Kaltschaum. Letzterer ist elastischer. "Kaltschaummatratzen sind zurzeit der Marktführer", berichtet Wieland.

Beim Kauf sollten Verbraucher auf das Raumgewicht (RG) achten. Es sagt aus, wie viel Kilogramm Rohstoff in einem Kubikmeter Schaumstoff verarbeitet wurden, und das ist entscheidend für die Stützkraft und Haltbarkeit. "Gute Matratzen haben ein RG von mindestens 40, besser sind 45 und mehr."

Etwas aus der Mode gekommen sind Latexmatratzen. Sie waren beliebt in den 90er Jahren, sind aber auch heute noch durchaus zu empfehlen. "Sie bestehen aus einem Kautschukschaum und stützen sehr gut ab", erklärt Wieland. "Daher eignen sie sich besonders für etwas schwerere Menschen."

Die Matratzen geben nur an den Stellen nach, an denen sie belastet werden und kehren bei Entlastung wieder in die Ausgangslage zurück. Und das Material leistet unter Belastung wachsenden Widerstand, was zur Entspannung aller Muskeln beiträgt. Da die Matratze allerdings auch selbst ein recht hohes Gewicht hat, ist es nicht einfach, sie regelmäßig zu wenden, damit sie in Form bleiben.

Das Ziel ist die gerade Linie

"Jede Matratzen-Sorte vermittelt ein spezielles Liegegefühl, das man unbedingt ausprobieren sollte", betont Wieland. Wichtig ist, dass die Matratze den Körper gut stützt, wenn im Schlaf die Muskulatur erschlafft. In der Seitenlage sollte die Wirbelsäule eine gerade Linie bilden. Außerdem sollte die Matratze nicht zu warm oder zu kühl sein.

Egal, für welche Matratze man sich entscheidet, sie muss zum übrigen Bettsystem passen. "Bei einem guten Bett sind alle Komponenten aufeinander abgestimmt", sagt Wartig. Nicht nur Lattenrost und Matratze müssen im Einklang sein, auch die Kissen sollten passen. "Manch einer hat fünf Kissen im Schrank und keines funktioniert richtig." Älteren Menschen empfiehlt sich ein etwas höheres Bettgestell, dann können sie leichter ein- und aussteigen.

Für Menschen, die gegen Hausstaubmilben allergisch sind, gibt es allergendichte Matratzenüberzüge, sogenannte Encasings. Neue Matratzen werden am besten direkt damit bezogen, empfiehlt Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund.

Partnerbetten oder Matratzen von Kindern, die im gleichen Raum schlafen, sollten ebenfalls die Überzüge bekommen. Sinnvoll ist es auch, die Oberbetten beziehungsweise Kopfkissen und Decken mit Encasings zu beziehen.

"Bei Personen mit empfindlichen Atemwegen, die sehr sensibel auf Düfte und Gerüche reagieren, kann es hilfreich sein, neue Matratzen und Bettwaren für einige Zeit auslüften zu lassen." (tmn)
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