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Ball und Rubel rollen

Die Vermarktung der Übertragungsrechte für Fußballspiele ist ein Riesengeschäft geworden. Bild: dpa

Die Fußball-Rechte sind begehrt wie nie. Aus dem Millionenspiel ist ein Poker um Milliarden geworden. Die englischen Clubs sind der europäischen Konkurrenz bei den TV-Einnahmen ein großes Stück voraus.

Berlin. Der Fußball wird überschwemmt mit Geld. Diese Aussage von Englands Ex-Nationalspieler Gary Lineker beschreibt die Entwicklung der internationalen Fernseh-Übertragungsrechte ziemlich realistisch. Auch in Deutschland ist man der Milliardengrenze pro Saison nah.

Blick auf Top-Ligen


Von Spitzenreiter England ist man aber immer noch ein großes Stück entfernt. Das zeigt der Blick auf die Rechtesituation in den europäischen Top-Ligen England, Italien, Frankreich und Spanien.

England: Mit einer Rekordsumme von umgerechnet 6,9 Milliarden Euro hat die englische Premier League im Februar 2015 einen Vertrag mit den einheimischen Fernsehsendern Sky und BT abgeschlossen. Der Kontrakt umfasst die Spielzeiten 2016/17 bis 2018/19. Rechnet man die Auslandsvermarktung hinzu, stehen den Clubs von der Insel sogar rund 9,5 Milliarden Euro zur Verfügung.

126 Spiele zeigt Sky, 42 Partien gehen an BT. Im Jahr 2012 hatte die Liga für die TV-Rechte an drei Spielzeiten "nur" eine Summe von vier Milliarden Euro erlöst. Auch damals waren Sky und BT als Live-Sender zum Zug gekommen, die BBC muss sich mit späten Zusammenfassungen trösten.

Italien: Der derzeitige TV-Vertrag für die Übertragungsrechte der italienischen Serie A läuft seit der Spielzeit 2015/16. Er gilt noch bis zur Saison 2017/18. Der Vertrag garantiert der Liga zufolge Einnahmen in einer Höhe von 943 Millionen Euro. Die Rechteinhaber sind die Sender Sky TV (573 Millionen) und Mediaset (370 Millionen). Sky TV überträgt alle 380 Spiele, davon 132 exklusiv. Mediaset überträgt 248 Partien.

Frankreich: Die Übertragungsrechte für die nächsten vier Spielzeiten der Ligue 1 (2016/17 bis 2019/20) wurden bereits vor zwei Jahren vergeben. Sie bringen der Fußball-Liga nach eigenen Angaben 726,5 Millionen Euro pro Saison ein. Rechteinhaber sind Canal+ und BeIN Sports. Die Rechte waren damit deutlich teurer als im vorherigen Vier-Jahres-Zeitraum, als die Liga 607 Millionen Euro jährlich kassierte.

Spanien: In Spanien tritt in der nächsten Saison die zentrale Vermarktung der TV-Rechte in Kraft. Bisher wurden die Spiele der Primera División einzeln vermarktet. Wie Sportmedien unter Berufung auf die Profiliga LFP berichteten, beliefen sich die Einnahmen vorige Saison auf insgesamt 1,237 Milliarden Euro. Im ersten Jahr der neuen Regelung werde es 2016/2017 geschätzte Einnahmen von 1,573 Milliarden Euro geben. Davon würde Mediapro als offizieller Vermittler eine Gebühr von 98 Millionen kassieren.

Der von Mediapro betriebene TV-Sender "beIN Sports La Liga" wird bis 2019 jeden Spieltag live und exklusiv acht Partien der ersten Liga übertragen. Darunter ist mindestens eine Begegnung von Real Madrid oder FC Barcelona. Der Kabelanbieter Movistar (Telefónica) überträgt exklusiv "El partidazo", das Topspiel der jeweiligen Runde.
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