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Die Froboess pokert

München. Rosa spürt, wenn jemand lügt. Nur glaubt ihr in der Familie keiner. Auch dann nicht, als sie ihrem spielsüchtigen Schwiegersohn auf die Schliche kommt. Die Pleite droht. Rosa nimmt die Sache selbst in die Hand - und auch die Spielkarten. "Oma zockt sie alle ab" heißt der unterhaltsame ARD-Familienfilm an diesem Freitag (20.15 Uhr) mit Cornelia Froboess in der Hauptrolle. Das Publikum dürfe sich auf eine außergewöhnliche Geschichte freuen, sagte die Schauspielerin im Gespräch mit der Deutschen-Presse-Agentur.

Rosa hat einen schweren Stand: Ehemann Kurt (Werner Prinz) ist starrsinnig und unsensibel, Tochter Trixie (Sabine Waibel) ein wenig naiv und Schwiegersohn Udo (Simon Hatzl) verzockt sein Geld beim illegalen Pokerspiel. Rosa spürt, dass das Kartenhaus bald zusammenbrechen wird. Doch es hört ihr niemand zu. Gutgläubig überschreibt Kurt dem Schwiegersohn gar das Haus.

"Dadurch, dass sie nicht zum Zuge kommt, beobachtet sie sehr gut", sagt Froboess über Rosa. Sie sei bereit, Missstände aufzuklären und schafft es, sich dann wirklich durchzusetzen. "Was sehr unangenehm für sie ist - also nachts unterwegs zu sein, ihrem Schwiegersohn hinterherzufahren und zu schauen, ob er die Tochter betrügt oder was er vorhat." Barmann Charly ist zunächst ebenfalls nicht gerade nett zu Rosa.

Es entsteht eine Gemengelage, die Cornelia Froboess spannend findet: Rosa bleibe konsequent, zeige Mut und setze sich bei Charly durch. "Dass der ihr dann wirklich zuhört und sich daraus eine Vertrautheit entwickelt, das finde ich ganz aufregend." Rosa bricht aus ihrem starren Familiengefüge aus. "Ich kann mir schon vorstellen, dass man sich mit so einer Frau auch identifizieren kann."

Die deutsch-österreichische Komödie von Regisseur Erhard Riedlsperger und Drehbuchautor Uli Brée erzählt, wie sich die Hauptfigur nach und nach aus festgefahrenen Strukturen befreit und ihre Selbstachtung wiederfindet. Der Plot von "Oma zockt sie alle ab" mag bisweilen etwas unrealistisch sein - charmant erzählt ist die Geschichte allemal. Insbesondere Froboess und Fischer als Rosa und Charly, die sich langsam annähern und das Zocken trainieren, überzeugen. Rosa traut sich was und zeigt, dass es nicht zu spät ist - auch nicht für die Liebe.
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