Medien
Keine falsche Rücksichtnahme

Hamburg. (KNA) Der Politikwissenschaftler, Publizist und Jurist Albrecht von Lucke glaubt, dass Medien und Öffentlichkeit bestimmte Themen unterdrücken wollen: "Es gibt eine - manchmal fatale - Zurückhaltung bei vermeintlich ,gefährlichen Themen' wie Parallelgesellschaften oder Ausländerkriminalität", warnte von Lucke am Mittwoch im Mediendienst kress.de.

Diese Entwicklung mache es der AfD umso leichter, "von einem Kartell des Beschweigens" zu sprechen. Hier gebe es zum Teil falsche Rücksichtnahmen, um nicht den Falschen in die Hände zu spielen, was aber gerade dadurch geschehe. Als Beispiel verwies er auf die Berichterstattung nach den Ereignissen in Köln zu Silvester.

Aus von Luckes Sicht werden viele Diskussionen auch zunehmend in isolierten Räumen geführt. Der allgemeine Diskurs komme immer mehr zum Erliegen, "während sich die Einzelnen immer mehr in die jeweiligen Echokammern im Internet und in den sozialen Medien zurückziehen, wo nur noch die permanente Selbstverstärkung der eigenen Meinung stattfindet - gegen die vermeintliche Lügenpresse", so von Lucke.

Die Politik komme häufig den sich überschlagenden Ereignissen und Krisen selbst noch kaum hinterher. Daher bleibe den Politikern scheinbar als einziger Reaktionsmodus "das Fahren auf Sicht, was mangels klarer wählbarer Regierungsalternativen die grassierende Politikerverdrossenheit immer weiter verstärkt". Einen kurzfristigen Ausweg aus der Situation sieht von Lucke nicht.

Er beobachtet eine "neue Polarisierung im Gefolge der AfD". Diese könne allerdings langfristig zu einer neuen Politisierung der Gesellschaft führen, "mit klarer Herausbildung politisch wählbarer Alternativen und damit auch zu einer Revitalisierung der politischen Diskurse".
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